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«Falscher Ort für Fahrende»

Zum Durchgangsplatz in Gossau hat sich nun ein Gegenkomitee gebildet. Es sorgt sich um die Industrielandreserven, die Schweizer und um die Ansprüche ausländischer Gruppen.

ANGELINA DONATI
St. Galler Tagblatt

GOSSAU. Die Initiative für die Umzonung an der Wehrstrasse nennt Felix Koller, Präsident der FDP-Fraktion im Gossauer Stadtparlament, «einen untauglichen Rettungsanker für ein Schiff mit fundamentalem Motorschaden». Die bisherige Strategie des Kantons St. Gallen, Durchgangsplätze für Fahrende zu erstellen, sei fehlgeschlagen. Gestern hat das Nein-Komitee, bestehend aus Vertretern von SVP, FDP, Gossauer Gewerbe, Handels- und Industrievereinigung Gossau (HIG) sowie Industrie- und Gewerbeverein St. Gallen-West, zur Medienkonferenz eingeladen.

Bauland für Gewerbe nutzen

Der Standort für die Fahrenden zwischen Gossau und St. Gallen erscheine nur auf den ersten Blick ideal. «Gleich daneben hat es zwei Hochspannungsleitungen», sagt Koller. Das Grundstück liege auch planerisch in der falschen Zone, weshalb die Umzonung in eine Intensiv-Erholungszone doppelt unverständlich sei. Sie kollidiere mit der Arealentwicklung St. Gallen-West/Gossau-Ost. Dem stimmt auch Mario Bruderer vom Industrie- und Gewerbeverein St. Gallen-West zu. «In diesem Gebiet ist Industrie- und Gewerbeland äusserst gesucht.» Ein Grundstück mitten in diesem Planungsgebiet jetzt anderweitig zu nutzen, wäre falsch. Auch würde dies die weitere Entwicklung gefährden. Auch Roland Egli, HIG-Präsident, sowie Markus Hutter, Präsident des Gewerbevereins Gossau, sehen Nachteile für das Gewerbe. «Unser einheimisches Gewerbe ist auf jeden Quadratmeter bereits eingezontes Bauland angewiesen», sagt Hutter.Aktuell werde das Gebiet zusammen mit Grundeigentümern, Wirtschaftsverbänden und Vertretern der beiden Städte auf sein Entwicklungspotenzial analysiert. Daher bezeichnet Egli es als «fahrlässig», unbebautes Bauland, welches sich innerhalb dieser Planungszone befinde, unkontrolliert wegzugeben.

Mehrkosten befürchtet

Sorgen bereitet den Gegnern auch die Tatsache, dass auch Ausländer den Platz beanspruchen dürfen. «Einmal vor Ort, können die ausländischen Fahrenden nicht mehr weggewiesen werden», sagt Roland Seiler, SVP-Parlamentarier. Der Unrat müsse danach auf Kosten der Gossauer beseitigt werden. Auch dass die Bewirtschaftung des Platzes kostendeckend ist, wird nicht geglaubt. «Die Aufwände werden wahrscheinlich viel höher ausfallen und den Stadthaushalt belasten», sagt Gallus Hälg, Präsident der SVP-Fraktion.

Offener Brief an Gossauer

Vor einer Woche lancierte die SP zusammen mit der CVP und dem Initiativkomitee einen Infoanlass zur bevorstehenden Abstimmung, an der ausschliesslich Befürworter zu Wort kamen (Ausgabe vom 12. Mai). Das hat nun das Nein-Komitee veranlasst, selber aktiv zu werden. Als nächstes soll am Freitag ein offener Brief mit Argumenten gegen den Durchgangsplatz in die Haushalte gelangen.

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