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«Meine Arbeit ist Sinn stiftend» – Interview Claudia Martin

VIER MONATE IM AMT Anfang 2018 übernahm Claudia Martin ihre Arbeit als Stadträtin im Departement Versorgung und Sicherheit. Sie mag die Vielfalt ihrer Aufgaben und schätzt den kollegialen Umgang im Stadtrat.

Martin Brunner
goz@redaktion.ch
GoZ

Claudia Martin, wie haben Sie sich in Ihr Amt eingelebt?

In diesen ersten Monaten konnte ich mich vertieft in meine Aufgaben im Departement Versorgung und ­Sicherheit einarbeiten. Es ging darum, die Abläufe bei den Stadtwerken kennen zu lernen und die Dossiers zu studieren. Das ist spannend, vielfältig und intensiv. Von grossem Vorteil war, dass ich bereits viele politische Geschäfte kannte. Zugute kommt mir aber auch meine gute Vernetzung. Zudem haben mich auch repräsen­tative Aufgaben sowie die Geschäfte aus den anderen Bereichen beschäftigt.

Wie erleben Sie den Unterschied zwischen Legislative und Exe­kutive?

Als Kantonsrätin bin ich in der Legislative eine von 120 Personen. Das bedeutet, dass man sich über Vorstösse aktiv bemerkbar machen muss. Die Parteipolitik spielt eine wichtige Rolle. In der Exekutive verhält es sich ganz anders. Die Geschäfte stehen im Vordergrund. Ich werde von der Goss­auer Bevölkerung viel schneller angesprochen und auch in die Pflicht genommen. Nicht zuletzt arbeite ich in einer Kollegialbehörde.

Wie gross ist Ihre Zufriedenheit mit Ihrem Amt?

Ich stelle jeden Tag fest, dass ich ­meine Arbeit mit einer grossen Freude erledige. Ich empfinde die Exekutivarbeit als Sinn stiftend, konkret und nützlich. Am schönsten ist, dass ich die Menschen und Geschäfte nahe erlebe und sehr viel mitgestalten kann. All das ist ein Umfeld, in dem ich mich gerne bewege. Nicht zuletzt kenne und schätze ich die Verwaltungsarbeit von meiner Ausbildung.

Wie geht es Ihnen mit Ihren Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat?

Auch hier fühle ich mich wohl. Wir arbeiten zielstrebend und pflegen dabei einen wertschätzenden Umgang miteinander. Die Kommunikation untereinander stimmt.

Inwiefern spielt Ihre Parteizugehörigkeit eine Rolle?

Im Stadtrat bin ich eine von fünf, die bestrebt sind, unsere Stadt im Sinne der Sache vorwärtszubringen. Es geht also vielmehr um die einzelnen Geschäfte, die ich für mein Departement vertrete. Die Parteizugehörigkeit spielt dabei eine untergeordnete ­Rolle.

Müssten Sie nicht die Vorstellungen Ihrer Wählerinnen und Wähler erfüllen?

Das ist genau der Knackpunkt. Auf der einen Seite haben meine Wählerinnen und Wähler und die SVP-Fraktion im Parlament Erwartungen an mich. Auf der anderen Seite ich bin eines von fünf Mitgliedern im Stadtrat und fühle mich dem Wohl aller Gossauerinnen und Gossauer verpflichtet.

Wie stark profitieren Sie von Ihrem Amt als Stadträtin von Ihrer Arbeit im Kantonsrat?

Die Vorteile werden am Geschäft des kantonalen Feuerschutzgesetzes deutlich, bei dem ich in der vorberatenden Kommission mitarbeite. Dadurch kann ich die Sicht aus der Basis einfliessen lassen. Als Verwaltungsratspräsidentin des Sicherheitsverbundes Region Gossau, SVRG, profitiere ich in der Folge von dieser Zusammenarbeit auf kantonaler Ebene.

Was beschäftigte Sie seit dem Januar bei Ihrer Arbeit als Stadträtin der Stadt Gossau am meisten?

Die Regelung der Nachfolge von Markus Baer in der Geschäftsführung der Stadtwerke war ziemlich zeitintensiv. Aber auch die Abstimmung vom 10. Juni beschäftigt mich. Dann wird die Gossauer Bevölkerung darüber befinden, ob die Stadtwerke zwar ein unselbstständiges öffentlich-rechtliches Unternehmen bleiben werden, aber mehr Freiraum beim Erschliessen neuer Geschäftsbereiche bekommen sollen. Unter vielen anderen gehörte zudem die Neuorganisation der Stadtwerke zu meinen Aufgaben.

Welchen Platz nahm das Energienetz GSG zwischen Gossau, St.Gallen und Gaiserwald ein?

Mit der Abwärme aus der Industrie im Osten Gossaus möchten wir einen Beitrag zur Energiestrategie leisten. Dafür braucht es aber einige Anstrengungen, die im Moment in der vorberatenden Kommission des Gossauer Parlaments beraten werden. Die notwendigen Kredite von 900000 Franken für die Investitions- und Betreibergesellschaft dürften im Juli im Goss­auer Parlament zur Sprache kommen.

Welche Aufgaben stehen für die Stadtwerke der Zukunft an?

Die Stadtwerke werden sich in Zukunft noch mehr vom reinen Stromversorger zu einem Dienstleister entwickeln. Wir müssen uns zudem ­fragen, wohin wir in Bezug auf die ­Digitalisierung wollen, welche Be­deutung das Internet der Dinge oder die Smart-City für uns bekommen. Zudem dürften strategische Partnerschaften immer wichtiger ­werden.

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