Es wird scharf geschossen - Gossauer Nachrichten vom 25. August 2016

Stadtparlamentarier Remo Schelb wird aus den eigenen Reihen heftig attackiert. Ein Inserat, das in dieser Zeitung erscheinen sollte, aufgrund des persönlichen Angriffs aber abgelehnt wurde, empfiehlt seine Nichtwahl.

Parlamentswahlen Anfangs Woche wurde in dieser Zeitung ein Inserat aufgegeben, das direkt gegen eine Wiederwahl des Stadtparlamentariers Remo Schelb abzielt. «Wer ihn kennt, der wählt ihn nicht. Wer ihn wählt, der kennt ihn nicht.» Dazu Remo Schelbs Name und ein Bild von ihm; unterzeichnet ist das Schreiben mit «IG für eine faire Politik Gossau», welche jedoch zumindest bis heute nicht existiert. Besonders pikant: Der Angriff gegen Schelb kommt aus SVP nahen Kreisen, wobei der Überbringer des Inserats anonym bleiben möchte. Er habe im Auftrag von mehreren Personen zum Wohle von Gossau gehandelt und wolle keinen Kommentar in der Zeitung abgeben.

«Noch nie erlebt»

Remo Schelb ist von diesem Angriff sehr überrascht: «Ich bin völlig baff und hatte keine Ahnung, dass ich bei einer Person oder Vereinigung so stark anecke.» Natürlich habe man nie mit allen das Heu auf der gleichen Bühne, aber er politisiere seit über 20 Jahren und einen solchen persönlichen Angriff habe er noch nie erlebt. «Ich betreibe keine reine Parteipolitik und pflege einen ehrlichen und respektvollen Umgang über Parteigrenzen hinweg. Wird jemand in die Pfanne gehauen, ist mir das zuwider», versichert der SVP-Parlamentarier, der 2012 auf dem ersten Ersatzplatz landete und 2013 ins Parlament nachrutschte. Es handle sich schliesslich um ein Milizparlament, in dem es nicht um die persönliche Existenz gehe. «In der Partei bin ich ein liberaler Wirtschaftsdenker und sicher nicht am rechten Flügel», so die Selbsteinschätzung Schelbs.

Auch Rosenberger überrascht

Markus Rosenberger, Präsident der SVP Gossau-Arnegg, zeigt sich vom Angriff ebenfalls überrascht. Dass Remo Schelb ein Politiker ist, der auch anecke, sei bekannt. Aber die Partei stehe voll und ganz hinter ihm. «Wenn Exponenten ihm in den Rücken fallen, wäre es schön, sie würden mit Namen hinstehen und sich nicht hinter einer fiktiven Interessengemeinschaft verstecken.»

Drucken