Jüngere SVPler rücken nach – St. Galler Tagblatt vom 14. Mai 2016

Die SVP Gossau-Arnegg hat 15 Kandidaten für das Stadtparlament portiert. Die zweitgrösste Partei will auch Verantwortung übernehmen. Ein Stadtratskandidat steht aber noch nicht fest.

SEBASTIAN SCHNEIDER

GOSSAU. «Es gibt keine andere Partei, die so gut Wählerinnen und Wähler mobilisiert wie die SVP», gibt sich Markus Rosenberger, Präsident der SVP Gossau-Arnegg überzeugt. An der Nominationsversammlung vom Mittwochabend leiten rund 30 Mitglieder selbstbewusst den Wahlkampf für die kommunalen Wahlen vom 25. September ein. Mit 15 «starken Persönlichkeiten» auf der Liste will die SVP auf Wachstumskurs bleiben, im Stadtparlament einen Sitz zulegen und mit einer zehnköpfigen Fraktion in die fünfte Legislatur starten.

Junge ziehen nach
Viel diskutiert wird an diesem Abend nicht. Bevor über Kandidaten und Listengestaltung abgestimmt wird, stellt sich jeder Kandidat vor. Auch wenn sich die meisten kennen: bei den vielen Neulingen auf der Liste scheint eine Vorstellungsrunde nicht unangemessen. An der Kandidatenliste gibt es schliesslich nichts zu rütteln. Die SVP Gossau-Arnegg zieht damit mit sieben Bisherigen ins Rennen, Roland Seiler und Hans Hälg werden nicht mehr antreten. Dafür kommt Nachwuchs. Von den acht neuen Kandidaten sind einige noch unter 30 Jahre alt. «Wäre ich auf der Liste, wäre ich der Jüngste», stellt Wahlkampfleiter Benno Koller fest. Was ebenfalls festgestellt wird: Mit Désirée Baldegger hebt die SVP nur eine Frau auf ihre Liste. Doch auch in diesem Punkt gibt man sich selbstsicher: «Wir haben nur eine Frau, dafür haben wir die beste.»

Unter den Leuten sein
Mit der Nomination geht die Arbeit für die Kandidaten nun richtig los. Benno Koller nutzt die Gelegenheit, über Plakate, Flugblätter und Fototermine zu informieren. Im Wahlkampf wolle man wieder «keck», oder wie auch gesagt wurde, «poppig», auftreten. Zugleich mahnen der Präsident und der Wahlkampfleiter, dass die anderen Parteien nicht schlafen, dass auch sie mit jungem Personal in den Wahlkampf ziehen und dass es wichtig sei, bei den Leuten zu sein. Man plane dafür mehrere Anlässe, unter anderem soll im Rahmen des 20jährigen Bestehens auch wieder ein Anlass «SVP bi de Lüt» stattfinden.

Zwei Schulräte, ein Stadtrat
Die SVP hat nicht nur im Parlament Ambitionen. «Wir wollen Verantwortung übernehmen», sagt Benno Koller. Die SVP als zweitstärkste Partei müsse in der Stadtregierung vertreten sein und sich im Schulrat mit zwei Mitgliedern einbringen. Völlig unbestritten beschliessen die Mitglieder, den bisherigen Schulrat Alex Harder wieder ins Rennen zu schicken. Obschon dieser eigentlich gar nicht mehr antreten wollte. «Angesichts der vielen Abgänge erfahrener Schulräte stelle ich mich aber nochmals zur Verfügung», erklärt Harder. Den zweiten Sitz will die SVP mit Thomas Jung erobern. Der Landwirt sei von sich aus auf die Partei zugekommen. Er habe zwar noch keine politische Erfahrung, stehe der SVP aber nahe, weshalb er auch neu Mitglied der Ortspartei wurde.

Für den Stadtrat stehe man mit drei möglichen Kandidaten im Gespräch, sagt Markus Rosenberger. Noch seien aber Abklärungen nötig. Man werde so bald wie möglich informieren. «Wir haben im Sinn, mit einem Kandidaten anzugreifen.»

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