Die Neuen fordern ein kleines Schulhaus in Arnegg – St. Galler Tagblatt vom 3. September 2016

CHRISTOPH RENN

Grosse Aufmerksamkeit gilt am Podium den beiden neu kandidierenden Helen Alder Frey (CVP) und Carla Schelb (SVP). Anfangs merklich nervös, stellen sie sich vor und beantworten die Fragen der Tagblatt-Moderatoren. Schnell zeigt sich: Die beiden Frauen sind sich in vielen Punkten einig, von erbittertem Wahlkampf ist nichts zu spüren.

Mehr günstiger Wohnraum

Carla Schelb stellt klar, dass sie «absolut SVP» sei und die Interessen ihrer Partei im Stadtrat vertreten möchte. Was sie aber nicht mache: laut ausrufen, auf Leute einreden und Personen persönlich angreifen. «Ich politisiere sachbezogen», beteuert sie. Helen Alder geht noch einen Schritt weiter: «In der Exekutive ist die Parteizugehörigkeit sekundär.» Als Stadträtin müsse man für alle Gossauer und Arnegger da sein. Bei einer Wahl in den Stadtrat möchte Alder dafür einstehen, dass es wieder mehr günstigen Wohnraum für junge Familien gibt. «Die Stadt muss solche Projekte fördern und den Grundeigentümern einen Anreiz schaffen, zu investieren.» Auch Schelb sieht Handlungsbedarf. «Ich weiss aber nicht, ob die Förderung von günstigem Wohnraum Aufgabe der Stadt ist.»

Für ein Schulhaus in Arnegg

Die gescheiterte Gemeindefusion mit Andwil bedauern beide Kandidatinnen. Vor allem deshalb, weil die «komplizierten Schulstrukturen» bestehen bleiben, sagen sie im Kanon. Und unisono sprechen sich Schelb und Alder für ein kleines Schulhaus in Arnegg und gegen einen grossen Neubau in Andwil aus. «Grosse Schulhäuser sind aus pädagogischer Sicht nicht anzustreben», sagt Alder. «Ausserdem wäre der Schulweg für die Arnegger bei einem eigenen Schulhaus viel kürzer», fügt Schelb an.

DruckenE-Mail

Stadt kann nur abwarten - St. Galler Tagblatt vom 2. September 2016

Gallus Hälg von der SVP will vom Stadtrat wissen, wie es beim KEV-Fall Gossau weitergeht. Die Stadt plane keine Massnahmen, schreibt dieser. Damit gibt sich Hälg jedoch nicht zufrieden.

GOSSAU. Noch immer beschäftigen die Stadt Gossau Altlasten aus dem Solardebakel. Einige der 61 Betreiber von Solaranlagen sind von der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) der Stadt in die Bundes-KEV gewechselt. Doch längst nicht alle. Deshalb wollte SVP-Fraktionspräsident Gallus Hälg in einer Einfachen Anfrage wissen, wie der aktuelle Stand zur Reduktion der verbliebenen Verpflichtungen ist. Zudem wollte er vom Stadtrat erfahren, wie dessen weiteren Bemühungen aussehen.

Problem aktiv angehen

Die Antwort des Stadtrates ist klar: «Derzeit sind keine weiteren Massnahmen geplant.» Eine Antwort, die Hälg überhaupt nicht gefällt. «Ich finde es tragisch, dass nichts mehr unternommen wird.» Das stehe im Widerspruch zu den Aussagen vor zwei Jahren, das Problem aktiv anzugehen. «Die Verpflichtsumme hat der Stadtrat zwar von 33,1 Millionen auf 15,2 Millionen Franken gesenkt. Diese Anstrengung reicht mir und der ganzen Fraktion aber noch lange nicht aus», sagt Hälg. Es gehe immerhin noch um 15 Millionen Franken. Der Stadtrat erklärt in seiner Antwort weiter: «Es sind keine Massnahmen geplant, weil die Höhe der weiteren Verpflichtungen davon abhängt, wie rasch der Bund die KEV-Warteliste abbaut.» Sprich zu welchem Zeitpunkt Vertragspartner von der Gossauer KEV in die Bundes-KEV wechseln können.

Keine Einigung gefunden

Gemäss Stadtrat sind von den ursprünglich 61 Vertragspartnern 23 zur Bundes-KEV gewechselt. Insgesamt lieferten diese 23 Vertragspartner 49 Prozent der subventionierten Energie. Von den verbleibenden 38 Vertragspartnern haben weitere 23 eine Vereinbarung der Stadt, dass sie auf den nächstmöglichen Zeitpunkt in die Kostendeckende Einspeisevergütung des Bundes wechseln. Wann dieser Zeitpunkt ist, schreibt der Stadtrat jedoch nicht. Fest steht, dass bis zu diesem Zeitpunkt die Stadt die abgeschlossenen KEV-Verträge erfüllen muss. Was mit den restlichen 15 Vertragspartnern geschieht, bleibt weiter offen. Die Stadt habe keine Einigung mit ihnen getroffen. Die bisher abgeschlossenen Einigungen, sprich Wechsel zur Bundes-KEV, sind ohne weitere finanzielle Verpflichtungen für die Stadt Gossau erfolgt.

15 Millionen Franken für KEV

Das Gossauer Solardebakel ist für Gallus Hälg damit noch nicht überstanden. «Ich hoffe, dass der Stadtrat das Problem weiter motiviert angeht.» Wie es finanziell für die Stadt weitergeht, beziffert der Stadtrat in seiner Antwort: «Im Geschäftsbericht 2015 ist die Eventualverpflichtung KEV mit über 15 Millionen Franken ausgewiesen.» Dies sei die rechnerisch maximale Verpflichtung bis ins Jahr 2036. Darin sind allfällige künftige Wechsel von der Gossauer- in die Bundes-KEV nicht berücksichtigt. (ren)

DruckenE-Mail

Carla Schelb in den Stadtrat - Gossauer Nachrichten vom 31. August 2016

«Ich engagiere mich in vielen Vereinen»

Carla Schelb kandidiert für einen Sitz im Gossauer Stadtrat. Die Arnegger Unternehmerin, ehemalige Polizistin und Familienfrau engagiert sich seit vielen Jahren in Vereinen und Organisationen. Sie möchte die SVP zurück in den Stadtrat bringen.

Carla Schelb, sie kandidieren am 25. September für einen Sitz im Gossauer Stadtrat. Was ist ihre Motivation für diese Kandidatur?

Gossau und Arnegg liegen mir am Herzen. Ich möchte mithelfen, die Zukunft unserer Stadt zu gestalten. Als Unternehmerin weiss ich, was es heisst, Verantwortung zu übernehmen, die Finanzen sorgfältig zu planen und Projekte aufzugleisen.

Für was setzen Sie sich speziell ein?

Zum einen ist dies eine nachhaltige Steuerpolitik und die Unterstützung des Gewerbes, der Industrie und der Landwirtschaft, damit wir in Gossau attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten können. Zudem ist mir aber auch die Sicherheit, die Berücksichtigung der Anliegen der älteren Generation und eine zeitgemässe Sport- und Schulinfrastruktur wichtig.

Sie sind gesellschaftlich stark engagiert. Wo liegt ihr Schwerpunkt?

Unsere Gesellschaft lebt davon, dass wir alle an verschiedenen Orten mitmachen. Daher engagiere mich in vielen Vereinen – u.a. als Kampfrichterin im Schwimmclub Gossau, als regionale Mitarbeiterin beim Schweizer Kinderhilfswerk KOVIVE oder als Mitglied des Leitungsteams des Gospelchors im Centrum. Ich würde gerne in Zukunft meine berufliche Erfahrung und das breite gesellschaftliche Engagement als Stadträtin zum Wohle von Gossau einbringen.

DruckenE-Mail

Mit Finanzen haushälterisch umgehen - Thomas Jung - St. Galler Tagblatt vom 30. August 2016

SVP-Kandidat Thomas Jung will im Gossauer Schulrat mitwirken. Besonders auf eine Verbesserung der Finanzen ist er bedacht. Im Niederdorf betreibt er eine Milchwirtschaft und Obstbau und arbeitet Teilzeit als Servicemonteur in Hauptwil. Als Landwirt bezeichnet er sich als Realist, der alles mit gesundem Menschenverstand betrachtet.

Wie lange sind Sie schon bei der SVP Gossau-Arnegg?

Ich bin erst vor drei Monaten zur SVP gestossen. Zuvor war ich parteilos.

Weshalb?

Wenn man in Gossau als Schulrat oder als Parlamentarier kandidiert, wird es ohne Rückhalt einer Partei schwierig. Daher habe ich mich entschieden, einer Partei beizutreten. Meine Wahl fiel auf die SVP, weil sie mir mit ihren Themen am meisten zusagt.

Sie kandidieren sowohl für den Schulrat als auch fürs Parlament. Wo sehen Sie sich eher?

Meine erste Wahl ist eindeutig der Sitz im Schulrat. Die Schule kann man zwar nicht neu erfinden, aber die finanziellen Mittel kann man sinnvoller und gezielter einsetzen.

Mit welchen Herausforderungen sehen Sie Gossau konfrontiert?

Das Gesak mit dem Bau des neuen Hallenbads sowie anderen Bauten wird ein finanzieller «Lupf» für die Stadt Gossau. Auch das Thema Industrielandreserven, die dem Gewerbe vorbehalten werden sollten, dürfte für Diskussionen sorgen.

Welche Kenntnisse bringen Sie für den Schulratssitz mit?

Als Landwirt bin ich Realist und betrachte alles mit gesundem Menschenverstand. Das brachte mich weiter, auch ohne Studium. Seit 14 Jahren engagiere ich mich ausserdem bei der Feuerwehr in Gossau, bin Offizier und Ausbilder für Maschinisten. Als Vater dreier Kinder liegt mir die Schule besonders am Herzen. (ad)

Am 25. September wird das Gossauer Stadtparlament neu gewählt. Bis dahin stellen wir neue Kandidatinnen und Kandidaten vor.

DruckenE-Mail

SVP sorgt sich um Stadtwerke - St. Galler Tagblatt vom 29. August 2016

Eine Reihe von Budgetüberschreitungen macht die SVP einmal mehr auf die Stadtwerke aufmerksam. Der Parteipräsident hat einen Vorstoss eingereicht.

GOSSAU. Die SVP Gossau-Arnegg ärgert sich über Budgetüberschreitungen bei den Stadtwerken. Dazu hat Parteipräsident und Stadtparlamentarier Markus Rosenberger die Einfache Anfrage «Ausufernde Beratungs- und Informatikkosten bei den Stadtwerken» eingereicht.

Mehrere Nachtragskredite

In der Anfrage listet Rosenberger eine Reihe von Beispielen aus dem Jahr 2015 auf: Für Rechtsberatungen seien 190 000 Franken statt der budgetierten 49 000 ausgegeben worden. Diese Überschreitung sei erst durch vier vom Stadtrat bewilligte Nachtragskredite möglich geworden. Auch für den Informatikaufwand waren 49 000 Franken budgetiert, ausgegeben worden seien 162 000. Und zwar «obwohl ein Informatikdienst in der Stadt vorhanden ist», wie Rosenberger weiter schreibt. Hinzu komme eine nicht budgetierte Studie für 19 000 Franken. «Alleine in diesen drei Positionen wurden anstelle von 100 000 Franken rund 372 000 ausgegeben!» Und die Auflistung sei nicht abschliessend.

Bezug zu Gaspreisen und KEV

Dann holt Rosenberger zum Rundumschlag aus: Er nimmt Bezug auf die Gaspreise, die aus Sicht der SVP massiv zu hoch seien, und vermutet, dass bei den Stadtwerken wieder vieles so läuft wie vor dem Solardebakel. «Bei den Stadtwerken mit den vielen offenen Baustellen und immer wieder neuen, unausgereiften Projekten sehen wir neues Unheil auf uns zukommen.»

Schliesslich will er vom Stadtrat wissen, weshalb für das Projekt zur Verselbständigung kein einheitlicher Projektantrag gestellt wurde und – falls doch einer gestellt wurde – weshalb alleine 2015 vier Nachtragskredite erteilt werden mussten. Weiter fragt Rosenberger, wie hohe Kosten die Verselbständigung bis zur Volksabstimmung für die Stadtwerks-Kunden verursacht haben wird. Zudem will er wissen, ob bei dieser Beschaffung mehrere Offerten eingeholt worden seien und nach welchen Kriterien die Beratungen vergeben worden seien.

«Politische Führung stärken»

Weshalb die Kosten für die Betreuung des Smart-Meterings «komplett ausuferten» will Rosenberger weiter wissen, und ob das Budget 2016 diesbezüglich eingehalten werden könne. Zum Schluss fragt er, ob nicht die politische Führung des «wichtigen Schlüsselressorts» gestärkt werden müsse, beispielsweise durch eine externe Fachkommission oder eine ständige Parlamentskommission. (jw)

DruckenE-Mail