«Diese Beleidigung gegen mich fühlt sich an wie eine Ohrfeige» - St. Galler Tagblatt vom 26. August 2016

In einem nicht erschienenen Zeitungsinserat wird der SVP-Stadtparlamentarier Remo Schelb scharf angegriffen. So etwas hat der Gossauer noch nie erlebt.

ANGELINA DONATI

Herr Schelb, in einem Zeitungsinserat werden Sie derb angegriffen: «Wer ihn kennt, der wählt ihn nicht. Wer ihn wählt, der kennt ihn nicht.» Unterzeichnet ist es von einer «IG für eine faire Politik». Was war Ihre erste Reaktion?

Remo Schelb: Ich war sprachlos, als ich davon gehört habe. So etwas habe ich noch nie erlebt. Stossend ist vor allem, dass das Inserat anonym aufgegeben wurde und sich keine Person dazu bekennen will. Diese «IG für eine faire Politik» gibt es gar nicht. Und kann man denn einen anonymen Angriff überhaupt als fair bezeichnen? Das ist doch ein Widerspruch in sich.

Ahnen Sie denn, aus welchen Kreisen dieser Angriff stammen könnte?

Schelb: Nein, denn es überrascht mich völlig unerwartet. Gestern diskutierten wir auch an unserer Wahlausschusssitzung der SVP Gossau-Arnegg darüber. Alle Mitglieder waren extrem überrascht und empfanden es als Angriff unter der Gürtellinie.

Ist denn in letzter Zeit irgendetwas Bestimmtes vorgefallen?

Schelb: Nein, nichts. Es gab keinen Krach innerhalb und oder ausserhalb der Partei oder mit anderen Parteien, und ich bin auch niemandem an den Karren gefahren. Im Grunde ist es vergleichbar mit einer Ohrfeige, die man nichtsahnend auf offener Strasse von jemandem kassiert. Von jemandem, der unzufrieden und frustriert ist und sich beliebig ein Opfer auswählt.

Sie sind seit über 20 Jahren aktiv in der Politik. Haben Sie schon mal einen ähnlichen Vorfall erlebt?

Schelb: Nein, noch nie. Auf kommunaler Ebene sind mir solche Angriffe überhaupt nicht bekannt. Wenn, dann werden Politiker auf nationaler Ebene beleidigt, in unserem Milizsystem ist dies mir aber neu.

Lässt dadurch Ihre Motivation im Hinblick auf die Gossauer Stadtparlamentswahlen nach?

Schelb: Auf keinen Fall. Meine Motivation steigt damit sogar. Und auch der Motivation der Partei tut es keinen Abbruch. Die Partei nämlich steht voll und ganz hinter mir. Natürlich aber trifft es mich persönlich. Aber ich lasse mich davon nicht einschüchtern. Es zeigt mir doch genau auf, wie wichtig es ist zu kämpfen, und das weiterhin offen, fair und respektvoll gegenüber allen.

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Es wird scharf geschossen - Gossauer Nachrichten vom 25. August 2016

Stadtparlamentarier Remo Schelb wird aus den eigenen Reihen heftig attackiert. Ein Inserat, das in dieser Zeitung erscheinen sollte, aufgrund des persönlichen Angriffs aber abgelehnt wurde, empfiehlt seine Nichtwahl.

Parlamentswahlen Anfangs Woche wurde in dieser Zeitung ein Inserat aufgegeben, das direkt gegen eine Wiederwahl des Stadtparlamentariers Remo Schelb abzielt. «Wer ihn kennt, der wählt ihn nicht. Wer ihn wählt, der kennt ihn nicht.» Dazu Remo Schelbs Name und ein Bild von ihm; unterzeichnet ist das Schreiben mit «IG für eine faire Politik Gossau», welche jedoch zumindest bis heute nicht existiert. Besonders pikant: Der Angriff gegen Schelb kommt aus SVP nahen Kreisen, wobei der Überbringer des Inserats anonym bleiben möchte. Er habe im Auftrag von mehreren Personen zum Wohle von Gossau gehandelt und wolle keinen Kommentar in der Zeitung abgeben.

«Noch nie erlebt»

Remo Schelb ist von diesem Angriff sehr überrascht: «Ich bin völlig baff und hatte keine Ahnung, dass ich bei einer Person oder Vereinigung so stark anecke.» Natürlich habe man nie mit allen das Heu auf der gleichen Bühne, aber er politisiere seit über 20 Jahren und einen solchen persönlichen Angriff habe er noch nie erlebt. «Ich betreibe keine reine Parteipolitik und pflege einen ehrlichen und respektvollen Umgang über Parteigrenzen hinweg. Wird jemand in die Pfanne gehauen, ist mir das zuwider», versichert der SVP-Parlamentarier, der 2012 auf dem ersten Ersatzplatz landete und 2013 ins Parlament nachrutschte. Es handle sich schliesslich um ein Milizparlament, in dem es nicht um die persönliche Existenz gehe. «In der Partei bin ich ein liberaler Wirtschaftsdenker und sicher nicht am rechten Flügel», so die Selbsteinschätzung Schelbs.

Auch Rosenberger überrascht

Markus Rosenberger, Präsident der SVP Gossau-Arnegg, zeigt sich vom Angriff ebenfalls überrascht. Dass Remo Schelb ein Politiker ist, der auch anecke, sei bekannt. Aber die Partei stehe voll und ganz hinter ihm. «Wenn Exponenten ihm in den Rücken fallen, wäre es schön, sie würden mit Namen hinstehen und sich nicht hinter einer fiktiven Interessengemeinschaft verstecken.»

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«Diese Beleidigung gegen mich fühlt sich an wie eine Ohrfeige» - St. Galler Tagblatt vom 26. August 2016

In einem nicht erschienenen Zeitungsinserat wird der SVP-Stadtparlamentarier Remo Schelb scharf angegriffen. So etwas hat der Gossauer noch nie erlebt.

ANGELINA DONATI

Herr Schelb, in einem Zeitungsinserat werden Sie derb angegriffen: «Wer ihn kennt, der wählt ihn nicht. Wer ihn wählt, der kennt ihn nicht.» Unterzeichnet ist es von einer «IG für eine faire Politik». Was war Ihre erste Reaktion?

Remo Schelb: Ich war sprachlos, als ich davon gehört habe. So etwas habe ich noch nie erlebt. Stossend ist vor allem, dass das Inserat anonym aufgegeben wurde und sich keine Person dazu bekennen will. Diese «IG für eine faire Politik» gibt es gar nicht. Und kann man denn einen anonymen Angriff überhaupt als fair bezeichnen? Das ist doch ein Widerspruch in sich.

Ahnen Sie denn, aus welchen Kreisen dieser Angriff stammen könnte?

Schelb: Nein, denn es überrascht mich völlig unerwartet. Gestern diskutierten wir auch an unserer Wahlausschusssitzung der SVP Gossau-Arnegg darüber. Alle Mitglieder waren extrem überrascht und empfanden es als Angriff unter der Gürtellinie.

Ist denn in letzter Zeit irgendetwas Bestimmtes vorgefallen?

Schelb: Nein, nichts. Es gab keinen Krach innerhalb und oder ausserhalb der Partei oder mit anderen Parteien, und ich bin auch niemandem an den Karren gefahren. Im Grunde ist es vergleichbar mit einer Ohrfeige, die man nichtsahnend auf offener Strasse von jemandem kassiert. Von jemandem, der unzufrieden und frustriert ist und sich beliebig ein Opfer auswählt.

Sie sind seit über 20 Jahren aktiv in der Politik. Haben Sie schon mal einen ähnlichen Vorfall erlebt?

Schelb: Nein, noch nie. Auf kommunaler Ebene sind mir solche Angriffe überhaupt nicht bekannt. Wenn, dann werden Politiker auf nationaler Ebene beleidigt, in unserem Milizsystem ist dies mir aber neu.

Lässt dadurch Ihre Motivation im Hinblick auf die Gossauer Stadtparlamentswahlen nach?

Schelb: Auf keinen Fall. Meine Motivation steigt damit sogar. Und auch der Motivation der Partei tut es keinen Abbruch. Die Partei nämlich steht voll und ganz hinter mir. Natürlich aber trifft es mich persönlich. Aber ich lasse mich davon nicht einschüchtern. Es zeigt mir doch genau auf, wie wichtig es ist zu kämpfen, und das weiterhin offen, fair und respektvoll gegenüber allen.

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Pascal Fürer SVP-Kandidat Gossauer Stadtparlament - St. Galler Tagblatt vom 23. August 2016

SVP-Kandidat Pascal Fürer ist mit seinen 22 Jahren bereits erster Ersatz für einen Kantonsratssitz. Er engagiert sich schon lange politisch, wollte 2012 aber noch nicht antreten.

Sie sind bei den Kantonsratswahlen auf dem ersten Ersatzplatz bei der SVP gelandet. Rechnen Sie schon damit, in den Kantonsrat nachzurücken?

Darüber mache ich mir noch keine Gedanken. Ich führte einen aktiven und engagierten Wahlkampf. Mein Engagement hat sicherlich zu diesem Resultat beigetragen. Nun kandidiere ich für das Stadtparlament. Ich finde, die Jugend dürfte darin noch stärker vertreten sein. Schliesslich muss sich die Bevölkerung im Parlament widerspiegeln.

Sie haben schon sehr früh zur SVP gefunden.

Politische Diskussionen führte ich schon auf dem Pausenplatz in der Sek. Daraufhin bin ich auch in die Jung-SVP eingetreten und dort mittlerweile im Vorstand. Seit einem guten Jahr sitze ich auch im Vorstand der SVP Gossau-Arnegg. Ich finde, gerade in der Kommunalpolitik kann – und müsste – man viel bewegen.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Ich denke da an die Jahresrechnung 2015 mit mehreren Millionen Franken Ertragsüberschuss. Ich finde, dieses Geld müsste über einen geringeren Steuerfuss wieder der Bevölkerung zugute kommen. Gossau soll eine attraktive Stadt bleiben. Dazu muss man aber auch das Wünschenswerte vom Notwendigen trennen.

Sie engagieren sich trotz Ihres jungen Alters schon seit Jahren politisch. Weshalb sind Sie bei den Wahlen vor vier Jahren noch nicht angetreten?

Damals wurde ich angefragt. Für mich war das aber mit 18 Jahren noch etwas zu früh. Ich wollte erst Erfahrungen sammeln, was ich in der Zwischenzeit innerhalb der Partei tun konnte. (jw)

Am 25. September wird das Gossauer Stadtparlament neu gewählt. Bis dahin stellen wir neue Kandidatinnen und Kandidaten vor.

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SVP will mehr Verantwortung - St. Galler Tagblatt vom 11. August 2016

SVP will mehr Verantwortung

Die SVP schielt auf die zweitoberste Sitzreihe, wo bei Parlamentssitzungen der Stadtrat sitzt. (Ralph Ribi)

Kaum sind die Sommerferien vorbei, startet bereits der Wahlkampf. Am 25. September werden wichtige öffentliche Ämter in Gossau, Waldkirch und Andwil neu besetzt. Umkämpft sind vor allem die Gemeindepräsidien: Kampfwahlen gibt es in allen drei Gemeinden.

SEBASTIAN SCHNEIDER

GOSSAU. Die SVP will mehr Mitglieder in der Regierung. Während es mit der Doppelvertretung im Bundesrat geklappt hat, scheiterte das gleiche Vorhaben in der Kantonsregierung. Im Gossauer Stadtrat, wo die fünf Sitze am 25. September neu vergeben werden, ist die SVP noch gar nicht vertreten. «Wir wollen Verantwortung übernehmen», sagte dann auch Benno Koller, Wahlkampfleiter der SVP Gossau-Arnegg, an der Nominationsveranstaltung Mitte Mai. Den Schritt in die Exekutive will Gossaus zweitstärkste Partei mit einer Frau, mit der Arneggerin Carla Schelb, schaffen.

Spannende Ausgangslage

Die SVP schielt damit auf eine der drei «normalen» Stadtratssitze. Carla Schelbs Kontrahenten sind die Bisherigen Stefan Lenherr (CVP) und Gaby Krapf (FDP) sowie Helen Alder. Die CVP-Schulrätin soll für ihre Partei den Sitz von Bruno Damann, der unterdessen im Regierungsrat politisiert, verteidigen. Die Ausgangslage ist spannend: Die CVP muss ihren Sitz mit einer neuen Kandidatin verteidigen, die FDP will mit Gaby Krapf ihren Sitz halten und die SVP kommt mit einer politisch bislang unbekannten Figur. Ausserdem erreicht die SVP selten ihre Ziele in Majorzwahlen, wie im Frühling auch die Regierungsratswahlen zeigten. Der Ausgang ist daher völlig offen, ein zweiter Wahlgang gut möglich.

Klar dürfte hingegen das Resultat bei der Wahl um das Stadtpräsidium werden. Um das Amt buhlen zwei unparteiische, aber keinesfalls vergleichbare Politiker. Alex Brühwiler ist seit 15 Jahren Stadtpräsident und will in eine weitere Legislatur starten. Sein Herausforderer heisst Bruno Egli. Der Sprengkandidat, Taxifahrer und Wirt forderte Brühwiler bereits 2004 heraus. 2008 verpasste Egli auch die Wahl in den Stadtrat. Brühwiler unterliefen keine grossen Fehler, er stand selten in der Kritik. Die Eroberung des Stadtpräsidiums dürfte selbst für politische Grössen eine Herausforderung sein.

Der fünfte Stadtrat ist von Amtes wegen der Präsident der Schulgemeinde Gossau-Arnegg. In dieser Wahl tritt der Bisherige Urs Blaser (FDP) alleine an, eine Wahl im Schlafwagen für den Schulpolitiker.

Änderungen gibt es dafür in der Zusammensetzung des Schulrates. Mit Linus Balzan (Flig) und Alex Harder (SVP) treten nur zwei von sechs Bisherigen an. Neue Bewerber sind Thomas Jung (SVP), Ruth Lehner, Andreas Strübi und Brigitte Ziegler (CVP) sowie Inge Wüthrich und Daniel Weiss (FDP).

Alle wollen wachsen

Das grosse Kräftemessen der Parteien findet im Proporzverfahren statt, in der Bestellung des 30köpfigen Stadtparlaments. Und in diesen Wahlen malen sich alle Parteien Chancen auf jeweils einen Sitzgewinn aus, die FDP strebt gar einen doppelten Sitzgewinn an. Auf den fünf Wahllisten lassen sich 71 Kandidaten aufführen.

Vor vier Jahren gelang der SVP und der SP je ein Sitzgewinn. Einbüssen mussten die CVP und die Flig. Die SP erreichte mit ihrem dritten Sitz erstmals Fraktionsstärke. Nach 2012 hat sich das Wahlverhalten allerdings wieder verändert. Nachdem Mitte-Links zulegen konnte, holten sich die Rechtsparteien in den jüngsten National- und Kantonsratswahlen Anteile zurück.

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