«Stadtrat soll endlich Farbe bekennen» - Marcel Scheiwiller – St. Galler Tagblatt vom 15. September 2016

SVP-Kandidat Marcel Scheiwiller will die Stadt mitgestalten. Bei den Sportanlagen hat der studierte Architekt, Projektentwickler und Bauherrenberater eines Baumanagement- und Immobiliendienstleisters einen neuen Lösungsansatz. Woher rührt Ihr politisches Interesse?

Aus eigener Initiative suchte ich vor zwei Jahren das Gespräch mit der SVP Gossau-Arnegg. Für mich stand fest, dass ich etwas bewirken möchte. Die Parteileitung stellte mich daraufhin fürs Stadtparlament auf.


Dann sind Sie ein waschechter SVPler?

Ich fühle mich sehr wohl in der SVP. Ein Hardliner, wie es einige auf nationaler Ebene gibt, bin ich aber nicht. Ich vertrete auch ökonomisch-liberale Perspektiven.


Was möchten Sie bewegen?

Mein Ziel ist es, die Verschuldung der Stadt zu reduzieren. Damit sollte in einem weiteren Schritt auch eine Steuersenkung möglich sein. Auch stehe ich für eine nachhaltige Stadtentwicklung und für ein gesundes Gewerbe ein. Aufgewachsen in Gossau und heute in Arnegg lebend, bin ich der Ansicht, dass Arnegg ein grösseres Gewicht in politischen Gremien erhalten sollte.


Was genau meinen Sie mit einer nachhaltigen Stadtentwicklung?

Zum Beispiel der Masterplan Sportanlagen, welcher eine massive Steuererhöhung generieren wird. Der Stadtrat soll endlich Farbe bekennen und die genauen Prozentzahlen nennen. Allerdings bin ich der Ansicht, dass sich diese Kosten negativ auf die Attraktivität der Stadt auswirken. Der Stadtrat täte gut daran, wenn er andere Modelle, etwa der Zuzug von institutionellen Investoren, prüfen würde. (ad)


Am 25. September wird das Gossauer Stadtparlament neu gewählt. Bis dahin stellen wir neue Kandidaten vor.

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Parlamentssitzung - GoZ Gossauer Zeitung vom 9. September 2016

Gossau.
Das Gossauer Stadtparlament hat die Kredite für den neuen Bushof und die Informatik in der Primarschule klar genehmigt. Erfolglos beantragte die SVP eine Halbierung des Kredits für die familienergänzenden Tagesstrukturen, damit sich die Nutzer umfassender beteiligen müssten.

Die Erneuerung der Informatik auf der Oberstufe wird nach den Herbstferien weitgehend bgeschlossen sein. Das Stadtparlament genehmigte einstimmig 900 000 Franken für die Ausstattung der Primarstufe mit rund 350 mobilen und 110 stationären Computern. Matthias Ebneter, Präsident der vorberatenden Kommission, betonte, dass es für den Bildungsplatz Gossau wichtig sei, dass die Volksschule im Informatikbereich gut aufgestellt bleibe. Die SVP fand keine Mehrheit dafür, in den Kindergärten auf Laptops und WLAN zu verzichten; damit hätten 24 000 Franken eingespart werden können.

Parlament stimmt für Kredit
Für die Einführung von umfassenden familienergänzenden Tagesstrukturen in den Primarschulhäusern Büel, Othmar und Haldenbüel rechnet der Stadtrat mit einem jährlichen Aufwand von 420 000 Franken. Hinzu kommen einmalige Ausgaben von 90 000 Franken für bauliche Anpassungen und Einrichtung der Betreuungsangebote. Die vorberatende Kommission unterstütze dieses Vorhaben einstimmig, da die Tagesstrukturen die bestehenden Betreuungseinrichtungen ergänzten, legte Kommissionspräsidentin Ruth Schäfler dar. Gegenwind erfuhr das Vorhaben aus der SVP-Fraktion. Désirée Baldegger bezeichnete als fraglich, ob es Aufgabe der Stadt sei, derartige Angebote massgeblich zu finanzieren. Anzustreben sei eine wesentlich höhere Kostenbeteiligung der Nutzer. Dies insbesondere auch im Interesse der Gleichberechtigung mit denjenigen, welche die Kinderbetreuung im familiären Umfeld organisierten. Die SVP beantragte einen reduzierten Kredit von 200 000 Franken. Letztlich stimmte das Parlament den Kreditanträgen des Stadtrates mehrheitlich zu. Für den Betriebskredit von jährlich 420 000 Franken ist noch eine Volksabstimmung erforderlich; diese könnte am 27. November 2016 stattfinden.

Bushof fand Einstimmigkeit
Der geplante Bushof mit Neugestaltung des Bahnhofplatzes fand Einstimmigkeit im Stadtparlament. Es hat 3,4 Millionen Franken für Bushof und Bahnhofplatz sowie 400 000 Franken für die Erneuerung der Werkleitungen durch die Stadtwerke einstimmig genehmigt. Dieser Beschluss untersteht noch dem fakultativen Referendum. Vorgesehen ist, den Bushof nach Osten zu verlegen und dessen Kapazität von heute vier auf acht Fahrzeuge auszubauen. Die Verlegung des Bushofes ermöglicht es, den Bahnhofplatz gestalterisch aufzuwerten. Das Warten auf dieses Projekt habe sich gelohnt, bilanzierte Thomas Künzle, Präsident der parlamentarischen Baukommission.

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Gewerbeverein unterstützt die eigenen Mitglieder und Carla Schelb SVP – St. Galler Tagblatt vom 8. September 2016

GOSSAU. Der Gewerbeverein Gossau geht im Wahlkampf für Stadtrat, Parlament und Schulrat neue Wege, wie er in einer Mitteilung schreibt. Statt eine breite Anhörung durchzuführen, unterstützt der Verein über alle Parteigrenzen hinweg die 15 Kandidatinnen und Kandidaten, die Mitglieder des Gewerbevereins sind. «Das bedeutet nicht, dass wir uns gegen die anderen Kandidatinnen und Kandidaten aussprechen», wird Markus Hutter, Präsident des Gewerbevereins Gossau, in der Mitteilung zitiert. «Der Vorstandsbeschluss bedeutet einfach, dass wir unsere Mitglieder speziell unterstützen.»

Klares Signal nach aussen

Vor den Wahlen 2012 hatte der Gewerbeverein zusammen mit der Handels- und Industrievereinigung ein Hearing mit wirtschaftsnahen Kandidaten durchgeführt. Markus Hutter: «Wir stellten dabei fest, dass es offensichtlich keine wirtschaftsfeindlichen Kandidatinnen oder Kandidaten gibt. Und eine Abgrenzung bezüglich Wirtschaftsfreundlichkeit war nach den Voten auch nicht möglich.» Man habe deshalb 2012 alle unterstützt. Jetzt folge man dem Beispiel des kantonalen Gewerbeverbandes und unterstütze eindeutig die eigenen Mitglieder. «Damit geben wir ein klares Signal nach aussen.» Neben der Wahlempfehlung auf der Homepage des Gewerbevereins sollen unter anderem ein elektronischer Flyer gestaltet und in den lokalen Medien Inserate geschaltet werden. Zudem wird weiterhin eine Kerngruppe im Parlament definiert, die bei gewerbepolitischen Themen als Anlaufstelle wirkt.

15 Kandidaten aus 3 Parteien

Konkret zur Wahl empfohlen werden vom Gewerbeverein die folgenden Kandidaten aus CVP, FDP und SVP: für den Stadtrat Stefan Lenherr (CVP, bisher), Carla Schelb (SVP, neu); fürs Stadtparlament Felix Koller (FDP, bisher), Sandro Contratto (FDP, bisher), Leo Cozzio (CVP, bisher), Markus Mauchle (CVP, bisher), Reto Mock (CVP, bisher), Gallus Hälg (SVP, bisher), Frank Albrecht (SVP, bisher), Remo Schelb (SVP, bisher), Markus Rosenberger (SVP, bisher), Brigitta Mettler (FDP, neu), Andreas Zingg (CVP, neu), Adrian Krucker (SVP, neu), Remo Schönenberger (SVP, neu). (pd/cor)

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Das Warten hat sich gelohnt – St. Galler Tagblatt vom 8. September 2016

Das Gossauer Stadtparlament hat die Kredite für Bushof, Tagesstrukturen und Informatikmittel für die Primarschule genehmigt. Zu allen drei Vorlagen stellte die SVP Anträge. Diese fanden aber bei den anderen keine Zustimmung.

ANGELINA DONATI

GOSSAU. Die Gossauer Stadtparlamentarier waren an der Sitzung vom Dienstag grösstenteils gleicher Ansicht. Dennoch gab es sage und schreibe 27 Wortmeldungen. Zum Teil führten diese zu aufreibenden Debatten, nicht zuletzt wegen der SVP-Fraktion. Den Vorlagen stimmt sie im Grundsatz zu, sah aber mit eigenen Anträgen Spar- oder Verbesserungspotenzial.

Sicherheitskonzept verfrüht

Von links bis rechts waren sich alle Parlamentarier einig, dass sich das Warten auf den Bushof gelohnt hat. Das ursprüngliche Projekt aus dem Jahr 2010 wurde damals bemängelt und zurückgewiesen. Entstanden ist nun eine komplett neue Vorlage, die die Parlamentarier laut ihren Wortmeldungen zufrieden stimmt. Der Bushof wird nach Osten verlegt und die vier Haltekanten auf acht ausgeweitet. Damit kann der Bahnhofplatz gestalterisch aufgewertet werden. Mit 3,4 Millionen Franken kostet das Projekt deutlich mehr als die erste Version. Hinzu kommen 400 000 Franken für die Erneuerung der Werkleitungen.

Ein Antrag der SVP, jetzt ein Sicherheitskonzept auszuarbeiten, löste bei anderen Parlamentariern Kopfschütteln und Unmut aus. Der zuständige Stadtrat Stefan Lenherr erklärte, dass ein solches Konzept bei Baubeginn nicht mehr zeitgemäss und daher eine Fehlinvestition wäre. Den Antrag der SVP lehnten die Parlamentarier ab und gaben dem Projekt Bushof grünes Licht. Damit nahm es eine wichtige Hürde: Als nächstes folgt die Volksabstimmung.

Tagesstrukturen in drei Schulen

Ebenfalls vors Volk gelangt der Kredit für die familienergänzenden Tagesstrukturen in den Primarschulhäusern Büel, Othmar und Haldenbüel. Nach ersten Einschätzungen rechnet der Stadtrat mit einem jährlichen Aufwand von 420 000 Franken. Noch aber sind die Subventionen vom Bund nicht abgezogen. Dieser Zuschuss dürfte sich jährlich auf ungefähr 100 000 Franken belaufen. Hinzu kommen einmalige Ausgaben von 90 000 Franken für bauliche Anpassungen und Einrichtungen der Betreuungsangebote. Und wieder war es die SVP, die bei dieser Vorlage Einwände erhob. «Es ist nicht Aufgabe der Allgemeinheit, diese Kosten zu tragen», sagte SVP-Parlamentarierin Désirée Baldegger. Den grössten Teil der Kosten sollen die tragen, die das Angebot nutzen wollen. In ihren Antrag wollte die SVP den Kredit um die Hälfte kürzen. Bei allen anderen Parlamentariern fand sie allerdings kein Gehör.

Neue Laptops und Computer

Genehmigt wurde auch der Kredit von 900 000 Franken für die Ausstattung der Primarstufe mit 350 Laptops und 110 Computern. Dem Antrag der SVP, in den Kindergärten auf Laptops und WLAN zu verzichten und somit 24 000 Franken zu sparen, konnten die anderen Parlamentarier nichts abgewinnen. Im Gegenteil: Sie betonten mehrmals, wie wichtig es für Gossau sei, dass die Volksschule im Informatikbereich gut aufgestellt bleibe.

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SVP: Junge «Boxer» steigen in den Ring – St. Galler Tagblatt vom 6. September 2016

(ANGELINA DONATI)

Die SVP möchte weiter zulegen. Auch bei diesen Wahlen will die Partei einen Sitz im Gossauer Stadtparlament dazugewinnen. Möglich machen sollen es 14 Kandidaten und eine Kandidatin, die mit ihren Boxhandschuhen auffallen.

ANGELINA DONATI

GOSSAU. Der Frauenanteil in einem Tief: Wie bei der CVP sind auch bei der SVP Gossau-Arnegg Kandidatinnen kaum vertreten (Ausgabe vom 1. September). Als einzige Frau unter 14 Männern kandidiert Désirée Baldegger fürs Gossauer Stadtparlament. Sie ist eine von sieben Bisherigen. Auffällig sind die vielen Jungen. Von den Neuen ist die Hälfte unter 30jährig. Jüngster Anwärter ist Pascal Fürer mit Jahrgang 1993. Ziel der Partei ist es, die neun bisherigen Sitze zu verteidigen und einen weiteren zuzulegen. Nicht mehr antreten werden Roland Seiler und Hans Hälg.

Zulegen möchte die SVP auch im Stadtrat und endlich ihrem selbst erklärten Sitzanspruch gerecht werden. Sie portiert Kandidatin Carla Schelb (siehe Zweittext), die sich nun einer Kampfwahl gegen Helen Alder Frey stellt. Auch im Gossauer Schulrat soll der Bisherige Alex Harder den Sitz verteidigen und Thomas Jung einen zweiten erobern.

Schlagabtausch mit der CVP

Themen, wie etwa die anhaltende Flüchtlingskrise dürften der Partie in die Hände spielen und neue Sympathisanten bescheren. Bei den Gossauer Stadtparlamentswahlen vor vier Jahren konnte die SVP den neunten Sitz für sich buchen. Eine Gewinnerin war auch die SP, die mit drei Sitzen Fraktionsstärke erlangte. Je einen Sitz abgeben mussten damals CVP und Flig. Sollte sich dieses Szenario wiederholen, würde die SVP aus diesen Wahlen als stärkste Fraktion hervorgehen.

Aktiver Wahlkampf

Gelingen soll dies unter anderem mit einem Wahlkampf, der aktiv betrieben wird. An der Nominationsversammlung wurde der Auftritt als «keck», oder auch als «poppig» bezeichnet. Längst ist auch bekannt, was genau damit gemeint war. Denn beim Blättern in der Zeitung oder beim Vorbeifahren am Plakate-Wald in Gossau sind sie allgegenwärtig: Die Kandidatinnen und Kandidaten, lächelnd, und ausgestattet mit grün-glänzenden Boxhandschuhen.

Am 25. September wird das Gossauer Stadtparlament neu besetzt. Wir stellen alle Parteilisten vor.

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