Leserbrief - St. Galler Tagblatt 04. November 2017

Claudia Martin in den Stadtrat

Warum ist Claudia Martin die beste und richtige Wahl für den Stadtrat? Als ehemaliger langjähriger Fraktionspräsident der FDP im Stadtparlament kenne ich alle drei für den Stadtrat Kandidierenden bestens. Claudia Martin ist die Einzige der drei, die bürgerlich und nicht links politisiert. Unter anderem setzt sie sich schon immer dafür ein, dass wir mit unseren Steuergeldern haushälterisch umgehen und diese nicht verschleudern. Sie hat langjährige Führungs- und Verwaltungserfahrung und damit die richtigen Grundlagen, um erfolgreich in der Exekutive zu arbeiten. Der Kanton ist daran, immer mehr Lasten auf die Gemeinden abzuwälzen. Dagegen müssen wir uns wehren, der Stadtrat braucht wieder eine Vertretung im Kantonsrat. Claudia Martin ist Kantonsrätin und kann diese Aufgabe deshalb optimal wahrnehmen. Die meisten aktuellen Mitglieder des Stadtrats und die nun Kandidierenden von SP und FLiG sind bereits um die 60 Jahre alt. Claudia Martin ist auch deshalb die ideale neue Stadträtin, weil sie mit ihren 39 Jahren eine generationenübergreifende Rolle wahrnehmen kann.

Aus diesen Gründen wähle ich Claudia Martin!

Hanspeter Fröhlich

Jägerweg 3, 9200 Gossau

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«Der Verkehr darf nicht verteufelt werden» - St. Galler Tagblatt 19. Oktober 2017

GOSSAU ⋅ SVP-Stadtratskandidatin Claudia Martin wehrt sich im Interview gegen die «Frauenfrage». Lieber spricht die 39-Jährige über Sachthemen und ihr Anliegen, Industrie und Gewerbe zu stärken.
Noemi Heule
Claudia Martin, galt es in Gossau politische Ämter zu besetzen, war Ihr Name bereits in der Vergangenheit im Spiel. Sie haben jedoch stets abgewinkt. Weshalb stellen Sie sich nun zur Wahl?
Bislang habe ich mich auf meinen Lehrerberuf sowie auf das Kantonsratsmandat konzentriert. Nach langjähriger Erfahrung in der Legislative will ich nun Verantwortung in der Exekutive wahrnehmen. Dieser Wunsch bestand zwar schon länger, nun bringe ich auch das nötige Rüstzeug mit.
Welches Rüstzeug?
Als langjährige Stadtparlamentarierin kenne ich die Politik von Gossau. Als Kantonsrätin verfüge ich über ein Netzwerk im Kanton. Die Kombination dieser beiden Bereiche kann Gossau politisch und fachlich voranbringen.

Einige hätten Sie gerne gleich als Stadtpräsidentin gesehen.
Ich habe keine Ambitionen auf das Vollzeitamt des Stadtpräsidenten. Ich bin eine Verfechterin des Milizsystems und möchte mein Pensum als Berufsschullehrerin beibehalten.

Der Sitz des Stadtpräsidenten ist ebenfalls vakant. Was erwarten Sie von einem möglichen zukünftigen Chef?
Dass er Gossau umsichtig, weitsichtig und vor allem verantwortungsbewusst weiterentwickelt.

Sie sind Berufsschullehrerin, Kantonsrätin und alleinerziehende Mutter. Als Sie 2013 in den Kantonsrat nachrückten, haben Sie Ihren Sitz im Stadtparlament aufgegeben. Wie wollen Sie nun alle Aufgaben vereinen?
Es ergab für mich damals keinen Sinn, in zwei Legislativorganen vertreten zu sein. Nun könnte ich die Erfahrung in der Legislative mit jener in der Exekutive verknüpfen. Im Kantonsrat gestalte ich Gesetze mit, die wiederum Einfluss auf die Gemeinden und damit auf den Gossauer Stadtrat haben. Zudem habe ich als Berufsschullehrerin ein Teilpensum und kann die Zeit, die das Amt einer Stadträtin erfordert, ohne Probleme aufbringen.

Wie stehen Sie zum Vorschlag, die Aufgaben des Stadtrates auf sieben Köpfe zu verteilen?
Gossau hatte bis 2009 einen Stadtrat bestehend aus sieben Mitgliedern. Damals habe ich mich aktiv dafür eingesetzt, das Gremium nicht zu verkleinern. Beide Systeme haben aber ihre Vor- und Nachteile. Die jetzige Situation mit zwei Wechseln stellt auf jeden Fall eine Ausnahmesituation dar, die man so nicht generalisieren kann.

Sie haben sich in den vergangenen vier Jahren im Kantonsrat im Hintergrund gehalten. Wie wollen Sie im Gossauer Stadtrat in Erscheinung treten?
Als Mitglied der Staatswirtschaftlichen Kommission habe ich mich parteipolitisch zurückgehalten. Auch im Stadtrat bin ich der Aufgabe des Amtes und nicht der Parteipolitik verpflichtet. Dennoch werde ich meine Meinung selbstverständlich engagiert einbringen.

Wofür setzen Sie sich ein?
Ich will die Stadt Gossau als Wirtschaftsstandort sichern und die Rahmenbedingungen für Industrie und Gewerbe verbessern. Dagegen sollen bürokratische Belastungen vermindert werden. Ich bin aber auch Bildungspolitikerin und will mich für ein leistungsfähiges Bildungswesen einsetzen.

Zwei Frauen kandidieren für den Stadtrat. Gossau könnte erstmals eine Frauenmehrheit in der Regierung erhalten. In erster Linie zählt für mich die Qualifikation und nicht das Geschlecht. Ein Gremium sollte ohnehin nicht nur geschlechts-, sondern auch altersdurchmischt sein. Beides zusammen erachte ich als Idealfall für eine gelungene Zusammenarbeit.

Der Verkehr ist in Gossau ein Dauerthema. Welche Lösung schwebt Ihnen vor?
Der Verkehr darf nicht verteufelt werden: Gossau verfügt über ein gutes ÖV-Angebot. Dennoch gehört auch der Autoverkehr zu einer Agglomerationsgemeinde. Eine Engpassbeseitigung im Osten von Gossau sowie der Wachtenegg-Tunnel im Raum Herisau könnten das Zentrum von Gossau langfristig entlasten.

Was ist denn Ihrer Meinung nach Gossaus derzeit grösste Baustelle?
Finanzpolitisch steht die Gemeinde vor Herausforderungen. Es stehen grosse Infrastruktur-Projekte an; die demografische Entwicklung, steigende Kosten im Sozialwesen und die Wirtschaftsentwicklung verschärfen die Situation zusätzlich. Gossau braucht einen gesunden Stadthaushalt mit einem hochstehenden Leistungsangebot und einer attraktiven Steuerbelastung.

Sie sprechen den Masterplan Sportanlagen an. Ist das Millionenprojekt ohne Steuererhöhung finanzierbar?
Das muss das Ziel sein. Ich setze mich denn auch für die Umsetzung der Vorlage ein. Sparen kann Gossau dagegen beim Kernaufwand in der Verwaltung.

Sie sind eine leidenschaftliche Hobby-Köchin. Welche Zutaten braucht eine gute Politikerin?
Ein rassiges Gewürz sorgt für die Dynamik. Zudem braucht es die nötige Geduld, ein Gericht auch mal kochen zu lassen, bis der Zeitpunkt für eine Lösung da ist. Auch Kreativität ist gefragt: Man muss schön anrichten können, um Ideen mehrheitsfähig zu ­machen.

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Mit jedem Blatt ein gutes Resultat - Gossauer Wochenzeitung "A" 12. Oktober 2017

PERSÖNLICHKEIT Claudia Martin wohnt seit ihrer Kindheit in Gossau. Hier ist sie glücklich: Mit der Stadt verbindet sie Heimatgefühl und Familie. Im Beruf, der Politik und als Mutter jongliert sie mehrere Bälle gleichzeitig und ist dankbar für alle Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt.

Vanessa Mengel

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Die weissen Wände der Wohnung strahlen hell. Die Wohnfläche ist weitläufig, alles ist gewissenhaft eingerichtet, das Konzept augenmerklich mit Bedacht gewählt. Dennoch hat die Wohnung auch eine persönliche Note: Bei genauerem Hinsehen entdeckt man hier und dort Spielsachen in einer Ecke, im Flur hängen mehrere Postkarten mit Zitaten. Darin geht es um Werte wie Toleranz oder auch Freundschaft. Bei aller Ordnung sieht man trotzdem: In der Wohnung von Claudia Martin, die aktuell für den freien Stadtratssitz in Gossau antretende SVP-Kandidatin, wird gelebt.

Tief in Gossau verwurzelt

Claudia Martin wohnt seit ihrem zweiten Lebensjahr in Gossau. Zusammen mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder zog sie 1980 von Rickenbach im Thurgau an die Bedastrasse. Martins Vater arbeitete damals als Leiter des Coop-Restaurants, ihre Mutter kümmerte sich zunächst um die Kinder und packte später auch wieder in der Gastronomie mit an. «Meine Eltern waren Zeit ihres Lebens in der Gastronomie tätig. Vor allem mein Vater kannte dadurch Gott und die Welt», sagt die 39-Jährige. Durch seinen Beruf arbeitete er auch am Wochenende. Als schlimm habe sie das aber nie empfunden. «Wenn er frei hatte, hat mein Vater viel mit uns unternommen.» Als gelernter Koch habe er auch zu Hause oft die Zubereitung der Mahlzeiten übernommen. Gemeinsame Essenszeiten, auch mit den Grosseltern, sind Claudia Martin in guter Erinnerung geblieben. «Essen hatte einen hohen Stellenwert bei uns.» An einen kulinarischen Moment mag sie sich noch ganz besonders erinnern. «Mein Vater hat mir als Primarschülerin gezeigt, wie man Mayonnaise macht. Ich sehe den Moment heute noch lebhaft vor mir.» Überhaupt sei sie in jungen Jahren ein «Papakind» gewesen. Als Kind habe sie ihm oft beim Kochen über die Schulter schauen dürfen. «Die Leidenschaft zum Kochen habe ich von ihm», sagt die Hobbyköchin. Als alleinerziehende Mutter kocht sie viel frisch und selbst. Auch Freunde lädt sie gerne zu sich nach Hause ein. «Kochen entspannt mich. Das ist kein Stress», erklärt sie. Heute lebt die gebürtige Thurgauerin mit ihrem zweieinhalbjährigen Sohn Nicolas nach wie vor gerne in Gossau. «Ich fühle mich mit der Stadt sehr verbunden», sagt sie. Martin schätzt die Landschaft und die gute Infrastruktur. «Von hier aus bin ich überall schnell.» Auch am Flughafen, denn Claudia Martin verreist gerne und so oft es geht. Die letzte Flugreise unternahm sie in den Süden, das erste Mal zusammen mit ihrem Sohn. Ein besonderer Moment für die Mutter. «Nicolas hat genauso viel Freude am Reisen wie ich», ist sich Martin sicher. «Er ist sehr neugierig und probiert gerne etwas aus.» Zusammen mit einem Kind erlebe man Ferien völlig neu und anders. «Und auf einmal baut man wieder Sandburgen am Strand», sagt Martin und lacht. Aus Gossau wegzuziehen sei also noch nie Thema gewesen. «Das ist meine Heimat. Hier ist meine Familie und mein Beruf, die Eckpfeiler meines Lebens.» Aber auch den Thurgau besucht sie noch häufiger. Ihre Grossmutter väterlicherseits lebt dort und sie ist gerne am Bodensee unterwegs. «Ich liebe das Wasser und Seen allgemein», sagt sie. Besondere Vorfreude spürt Martin auch auf die heute beginnende 75. Olma in St.Gallen. Denn der Thurgau ist dieses Jahr Gastkanton. «Das wird eine ganz besondere Olma für mich.»

Potenziale entfalten

Nach der Schule machte Martin eine Ausbildung zur Kauffrau in der Stadtverwaltung St.Gallen. Schnell jedoch merkte sie, dass sie keine Verwaltungsangestellte bleiben wollte. «Als ich klein war, wollte ich Kindergärtnerin werden», erklärt sie. Ihren ersten bezahlten Job hatte sie nämlich als Babysitterin im Quartier. «Ich habe Kinder schon immer gerne gehabt.» Der Wunsch, etwas Pädagogisches zu machen, sei nie abgeklungen. Also bildete sie sich noch während der Tätigkeit als Kauffrau in Pädagogik weiter. Martin begann noch zu Stadtverwaltungszeiten, an der kaufmännischen Berufsschule St.Gallen zu unterrichten. Dabei sei ihr stetig bewusster geworden, dass sie grosse Freude am Lehrerberuf habe. «Ich helfe jungen Menschen gerne, ihr komplettes Potenzial zu entfalten», sagt Martin. Eine verantwortungsvolle und erfüllende Aufgabe, wie sie findet. Sie ging also an die Fachhochschule, studierte in Luzern und St.Gallen und gab weiterhin Unterricht. Bis heute lehrt Martin am Kaufmännischen Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen die Fächer «Information, Kommunikation und Administration» und «Gesellschaft». Sie ist Lehrerin mit Leib und Seele und hat bisher Beruf, Politik und Privates immer gut unter einen Hut gebracht. «Ich könnte meine Lehrtätigkeit nie ganz aufgeben. Dazu mache ich es viel zu gerne.» Ihr Fachbereich sei extrem dynamisch und erfordere gerade im Zuge der Digitalisierung, dass sie sich immer weiterbilde. «Ich mag die Herausforderung und die fortschreitende Entwicklung.» Gerade erst kam sie von einer mehrtägigen Fortbildung zurück. «Ich will immer am Ball bleiben. Das ist mir sehr wichtig», sagt Martin. Aktuell arbeitet sie noch 50 Prozent. In der restlichen Zeit erfüllt sie ihr Amt als Kantonsrätin und kümmert sich um ihren Sohn. Die Geburt von Nicolas sei der schönste Lebensmoment für sie gewesen. «Das mag plakativ klingen, aber die Geburt deines Kindes berührt dich so sehr wie nichts vorher im Leben.» Und auf einmal habe man nicht mehr nur Verantwortung für sich, sondern vor allem für eine andere Person.

Das Leben hat einen Plan

Auch wenn Claudia Martin gerne strukturiert ist und Ziele in ihrem Leben hat, weiss sie, dass es oft anders kommen kann, als man es plant. Daher will sie flexibel und offen bleiben. «Wenn man jung ist, denkt man noch, man kann alles erreichen.» Aber dann zeige einem das Leben manchmal Grenzen auf. «Meine Oma hat immer gesagt, es ist noch kein Baum in den Himmel gewachsen», sagt Martin. Man könne also nicht immer alles erreichen, wovon man träume. Dennoch brauche man Ziele, um voranzukommen. Diese müssten aber bodenständig bleiben. Wichtig sei auch, nie aufzugeben. «Manchmal fällt man, aber dann muss man wieder aufstehen, es weiter versuchen oder neue Pläne machen.» Auch in ihrem Leben sei nicht alles nach Plan verlaufen. «Aber meine Erfahrungen gehören zu mir, machen mich zu dem, was ich bin.» Sie möchte keine davon missen. «Auch Niederlagen sind versteckte Erfolge, wenn wir daraus Erkenntnisse für unsere Zukunft ziehen.» Claudia Martin sieht das Leben als Lernprozess. Und in diesem sei es wichtig, auch mal abzuschalten und dem Alltag zu entfliehen. Das schaffe sie vor allem in der Natur bei Spaziergängen oder aber beim Jassen. «Meine Oma hat früher mit uns gejasst. Von ihr habe ich die Passion», erklärt Martin. Für eine Partie Partnerschieber sagt sie bis heute nicht nein. Ihr bestes Jasserlebnis hatte sie als Gast im Schweizer TV bei der «Samschtigsjass» mit Monika Fasnacht. Vom Jassen kann sie auch Parallelen zum Leben ziehen: «Ob im Spiel oder im Leben, versuche ich auch mit einem schlechteren Blatt ein gutes Resultat zu erzielen.» Ein weiteres ihrer Hobbies, ist das Sammeln von alten Ansichtskarten aus Gossau. Dazu besucht sie öfter Floh- und Antik-Märkte. «Ich besitze mehrere Karten, die über 100 Jahre alt sind.» Aber so richtig glücklich wird sie, wenn sie Zeit mit der Familie verbringen kann. «Mein liebster Tag ist Sonntag, denn da erleben wir die meiste Familienzeit und ich gönne mir eine Pause», sagt Martin.

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SVP besucht Wasserkraftwerk - Gossauer Zeitung "A" 28. Sept. 2017

SAUBERE ENERGIE Beim öffentlichen Jahresausflug besuchte die SVP Gossau-Arnegg das Wasserkraftwerk Niederglatt. Markus Baer, Leiter der Stadtwerke Gossau, Adrian Koch, Leiter Netze und Infrastruktur, und Tobias Suess, Bauingenieur und Experte für Kleinwasserkraftwerke, führten die 26 Gäste in Zweiergruppen durch das Kraftwerk und das umliegende Arreal. Das Kraftwerk ist seit 1893 in Betrieb und generiert heute 0,3 Prozent des Stromanteils von Gossau. «Sicherlich ist das nicht viel», betont Baer, dennoch sei es wichtig, das Kraftwerk allein wegen des historischen Wertes zu erhalten. «Wir haben dadurch auch eine Notversorgung im Ernstfall», betont Suess. Zudem seien der Weiher und die Zuläufe Heimat vieler Fischarten, was die hervorragende Qualität des Wassers beweise. In einem letzten Appell an die anwesenden Parlamentarier ermutigte Baer zur Erhaltung des Kraftwerks. 1,8 Millionen Franken stehen künftig im Parlament für entweder die Restauration oder den Abbau des Werkes zur Debatte. Wer das Werk besichtigen möchte, kann sich bei der Stadt melden. (vam)

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Den Dorfkern stärken - St. Galler Tagblatt 07. Sept. 2017

ARNEGG ⋅ Stadtparlamentarier Remo Schelb steht der Zentrumsüberbauung teilweise kritisch gegenüber. Der Stadtrat betont, dass das Dorf durch das Projekt attraktiver wird.
 
Perrine Woodtli

Die geplante Zentrumsüberbauung in Arnegg gibt zu reden. Der Dorfkern soll umgezont und umgestaltet werden. Das Projekt Arn­egg Dorfkern West sieht anstelle der gewerblich-industriellen Nutzung den Bau von rund 70 Wohnungen vor. Betroffen von der Umstrukturierung sind auch jene beiden Grundstücke, auf denen 2009 der Dorfplatz errichtet wurde.

Um diesen Dorfplatz und das Dorfleben generell sorgt sich Remo Schelb. Der SVP-Stadtparlamentarier reichte im Frühsommer die Einfache Anfrage «Umzonung Dorfkern Arnegg» ein («Tagblatt» vom 22. Juni). Schelb befürchtet, dass hinter dem Projekt eher private Interessen und Gewinnmaximierung stehen als das Interesse, ein schönes Dorfzentrum entwickeln zu wollen. Der jetzige Dorfplatz werde zu einem «kleinen Quartierspielplatz geschrumpft», schrieb Schelb. Weiter befürchtet er, dass die Stadt nach der Umzonung einen Grossverteiler nach Arnegg holen will. Dieser dürfte Mehrverkehr verursachen. Zudem seien in Arnegg bereits genügend Läden vorhanden.

Zentraler Detailhandel belebt Dorfzentrum

Schelb wollte unter anderem vom Gossauer Stadtrat wissen, weshalb man heute noch Grossverteiler im Zentrum plane. Der Stadtrat antwortet, dass die Zentrumsüberbauung und das Ausscheiden einer Teilfläche für den Detailhandel im Einklang stehe mit der Absicht, den Dorfkern zu stärken. «Die Erfahrung zeigt, dass mittlere Formate von Detailhandelsflächen den bereits ansässigen Detailhandel stützen», schreibt der Stadtrat.

Auf die Frage, welche Absichten der Stadtrat mit der Umzonung beziehungsweise einem Grossverteiler verfolge, antwortet dieser, dass man den Dorfkern von Arnegg attraktiver machen wolle. Dazu würden auch Dienstleistungs- und Gewerbeflächen gehören.

Der Dorfplatz samt Spielplatz und Parkplatz ist laut Stadtrat nicht von der Umzonung betroffen. «Der Dorfplatz bleibt als attraktiver Begegnungsort erhalten.» Die oberirdischen Parkplätze würden in die öffentliche Tiefgarage verlegt. Dadurch werde Raum gewonnen für einen neu anzulegenden Spielplatz. Ergänzt werden soll dieses Angebot mit einem zweiten Spielplatz in der Zentrumsüberbauung. Auch der Dorfbrunnen werde weiterhin zur Geltung kommen.

Verhandlungen zwischen Investoren und Stadt

Schelb, der selbst im Dorfzentrum wohnt, wollte zudem wissen, ob der Dorfplatz, dessen Besitzerin die Stadt ist, vom Verwaltungsvermögen ins Finanzvermögen zurücküberführt werden müsse, damit dieser teilweise oder ganz verkauft werden kann. Die beiden bereits erwähnten Grundstücke bilden einen Teil des Verwaltungsvermögens der Stadt Gossau, schreibt der Stadtrat. «Die Realisierung der Überbauung setzt voraus, dass sich die Investoren mit dem Stadtrat über die Veräusserung von Teilflächen der beiden Grundstücken einigen», heisst es. Die Verhandlungen seien erst noch zu führen. Es sei zu erwarten, dass mit der Veräusserung von Teilflächen Buchgewinne realisiert werden. «Deren Höhe steht erst fest, wenn die entsprechenden Verhandlungen abgeschlossen sind.»

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