«Das Know-how steckt in den Abteilungen» - Interview Claudia Martin - St. Galler Tagblatt 6. April 2018

«Das Know-how steckt in den Abteilungen»

Die im Herbst gewählte SVP-Stadträtin Claudia Martin musste gleich in ihren ersten Wochen als Exekutivmitglied einen wichtigen Personalentscheid treffen. Seit kurzem ist bekannt: Peter Guler wird Nachfolger von Markus Baer und ist damit schon bald Geschäftsführer der Gossauer Stadtwerke. Mit der Neuorganisation des Unternehmens steckt die Stadträtin bereits im nächsten grossen Projekt.

Peter Guler wird ab 1. Juli die Stadtwerke leiten. Sind Sie erleichtert, einen Nachfolger von Markus Baer gefunden zu haben?

Erleichtert und glücklich. Die Zeit während der Rekrutierung war sehr intensiv. Hinzu kam ja auch das neue Stadtwerkreglement, das im März im Parlament verabschiedet wurde. Im Juni wird das Volk über dieses Geschäft entscheiden, und die neue Organisation tritt Anfang 2019 in Kraft.

Zur Ruhe kommen werden Sie wohl sowieso nicht. Baer hat das Unternehmen per Ende März verlassen.

Das stimmt. Interimistisch leitet Urs Peter, stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Dienste, den Betrieb.

Einen fliessenden Übergang wird es so nicht geben. Peter Guler wird sich im Sommer zuerst einmal einarbeiten müssen.

Das betrachte ich auch als Chance. Wenn wir uns gleichzeitig einarbeiten, gehen wir der Sache gemeinsam auf den Grund und sehen etwa auch, wo es Problemstellen gibt oder wo Synergien genutzt werden können.

Guler ist Maschinen- und Wirtschaftsingenieur und derzeit Abteilungsleiter Facility Management beim Kanton. Er hat noch wenig Erfahrungen im klassischen Strom- Wasser- und Gasbusiness.

Das Know-how ist in den Abteilungen des Unternehmens vorhanden. Mit Guler holen wir jemanden, der beste Managementqualitäten hat. Er bringt Führungserfahrung in der Privatwirtschaft mit und leitet eine Abteilung beim kantonalen Hochbauamt. Er kennt die Schnittstellen in Verwaltung, Politik und öffentlichen Unternehmen. Diese Qualitäten waren mir besonders wichtig. Die Stadtwerke erhalten mit dem neuen Reglement Freiheiten, um den Betrieb unternehmerisch weiterzuentwickeln.

Was konkret heisst?

Konkret kann ich noch nichts sagen. Das Unternehmen wird sich weg vom klassischen Grundversorger hin zum modernen Dienstleister wandeln. (ses)

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«Ich muss niemanden anbrüllen» - Interview Andreas Oberholzer - St. Galler Tagblatt 4. April 2018

«Ich muss niemanden anbrüllen»

An der nächsten Stadtparlamentssitzung am 1. Mai wird Andreas Oberholzer (SVP) den Platz von Désirée Baldegger einnehmen. Dass er vom dritten Ersatzplatz noch in dieser Legislatur nachrücken kann, überrascht selbst den Berufsunteroffizier.

Herr Oberholzer, bei den Kommunalwahlen 2016 gab es für Sie ja nicht wirklich ein Glanzresultat. Und doch politisieren Sie bald im Parlament. Hätten Sie nach den Wahlen gedacht, dass es bereits in dieser Legislatur losgehen kann?

Definitiv nicht. Dass ich nachrücken darf, kam doch sehr überraschend. Es konnte ja niemand mit dem Rücktritt von Remo Schelb und Désirée Baldegger rechnen. Hinzu kommt, dass Remo Schönenberger, der auf dem zweiten Ersatzplatz landete, aufs Amt verzichtet. Gleichwohl werde ich mit Freude Parlamentarier und gehe die neue Aufgabe engagiert an.

Sie haben Metallbauzeichner gelernt, sind jetzt aber Berufsunteroffizier in Frauenfeld. Das Militär muss es Ihnen angetan haben.

Nach der Lehre wollte ich die Technische Fachhochschule absolvieren und Gewerbeschullehrer werden. Im Militär mache ich nun im Grunde genommen nichts anderes. Ich bin in der Kaderausbildung tätig und habe viel mit Technik, mit Panzern, zu tun.

Denken Sie, Sie können von Ihrer Führungserfahrung im Militär auch in der Politik profitieren?

Ich habe im Parlament ja keine Führungsfunktion (lacht). Im Ernst, viele denken sofort an einen altmodischen militärischen Führungsstil, den ich haben müsste. Doch ich muss niemanden anbrüllen. Ich muss durch meine Persönlichkeit eine natürliche Autorität ausstrahlen. So habe ich durch meine Funktion vielmehr einen kommunikativen Anstand angenommen. Dazu zählt etwa, seinen Gegenüber ausreden zu lassen.

Was liegt Ihnen inhaltlich besonders am Herzen?

Ich bin sportbegeistert und mit dem FC Gossau auch als ehemaliger Spieler immer noch eng verbunden. Der Masterplan Sportanlagen ist aus meiner Sicht das derzeit wichtigste Projekt.

Die Anlagen sind nicht ganz gratis zu haben.

In der Tat. Ich habe mich zwar noch nicht vertieft ins Dossier eingearbeitet, aber sollten die Kosten tatsächlich auf 100 Millionen Franken – oder sogar noch darüber hinaus – steigen, dann muss man die ganze Sache gründlich anschauen. Grundsätzlich müssen wir genau beurteilen, was notwendig und was wünschenswert ist. (ses)

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«Beeindruckend, wie speditiv es zugeht» - Interview Pascal Fürer - St. Galler Tagblatt 3. April 2018

«Beeindruckend, wie speditiv es zugeht»

Der 24-jährige Pascal Fürer (SVP) sitzt seit Jahresbeginn im Gossauer Stadtparlament. Das jüngste Mitglied will sich nicht gegenüber älteren Kollegen abgrenzen. Einsetzen will sich Pascal Fürer für die Landwirtschaft und das lokale Gewerbe.

Pascal Fürer, Sie sind seit Januar im Gossauer Parlament. Was hat Sie am Parlamentsbetrieb am meisten überrascht?

Ich kannte das Parlament bereits als Gast. Dennoch war es beeindruckend zu sehen, wie speditiv es dort zugeht. Natürlich war ich bei der ersten Sitzung auch ein bisschen nervös. Schliesslich habe ich grossen Respekt vor der Arbeit als Stadtparlamentarier.

Welches parlamentarische Geschäft war für Sie bis jetzt das wichtigste?

Das war ganz klar der Entscheid, den Masterplan Sportanlagen in drei verschiedene Module aufzuteilen. Dieses Projekt wird das Parlament und das Volk noch sehr lange beschäftigen.

Sie sind das jüngste Mitglied des Gossauer Parlaments. Wie wollen Sie sich für Leute in Ihrem Alter einsetzen?

Ich sehe mich auf jeden Fall als Vertreter der jungen Generation. Das will ich aber nicht als Abgrenzung gegenüber älteren Parlamentariern verstehen. Ich bin zum Beispiel gegen eine Amtszeitbeschränkung, wie sie immer wieder diskutiert wird.

Werner Bischofberger von der SP findet, die ältere Generation sei im Stadtparlament untervertreten. Was sagen Sie als 24-Jähriger dazu?

Diesen Eindruck teile ich nicht. Ich finde, dass das Gossauer Stadtparlament sehr ausgewogen besetzt ist.

Sie sind Stadtparlamentarier und Präsident der SVP Gossau-Arnegg. Welchen Vorteil bringt das?

Das ist ein grosser Vorteil: Im Parlament bin ich hautnah an den Geschäften dran und erfahre alles aus erster Hand. Dieses Wissen kann ich dann gleich in den Parteivorstand einbringen.

Für welche Themen werden Sie sich in Zukunft im Parlament stark machen?

Es ist mir ein Anliegen, die Landwirtschaft zu stärken; ich bin selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ebenso werde ich mich für das lokale Gewerbe einsetzen. Schliesslich ist eine nachhaltige Steuerpolitik wichtig.

Was genau verstehen Sie darunter?

Das heisst für mich, dass man Rechnungsüberschüsse in der einen oder anderen Form an die Steuerzahler zurückgibt. Und nicht – wie es der Stadtrat möchte – für spätere, unbewilligte Projekte beiseitelegt. (al)

Das «Tagblatt» stellt mit Kurzinterviews jene Parlamentarierinnen und Parlamentarier vor, die seit dem Wahlherbst neu im Parlament sind. (red)

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«Das Gesak ist ein Muss» - Interwiew Andreas Oberholzer, Gossauer Wochenzeitung "A" 1. März 2018

GOSSAU Ab April wird Andreas Oberholzer im Gossauer Parlament politisieren. Er steht für Gradlinigkeit ein und für seine grosse Leidenschaft: Für seine Heimat Gossau.

Martin Brunner

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Andreas Oberholzer, wie reagierten Sie, als klar wurde, dass Sie ins Gossauer Parlament nachrücken werden?

Für mich war immer klar, dass ich gerne im Gossauer Parlament sitzen würde. Umso mehr freue ich mich auf diese Aufgabe und darauf, dass ich einen vertieften Einblick ins politische Geschehen bekommen werde. Ich werde mein Amt mit dem nötigen ­Respekt anpacken.

Wie bereiten Sie sich auf Ihren ersten Einsatz vor?

In letzter Zeit war ich beruflich ziemlich stark engagiert. Deshalb blieb wenig bis keine Zeit für die Vorbereitung aufs Parlament. Nun aber werde ich die verschiedenen Dossiers studieren. Mir ist wichtig, dass ich den aktuellen Stand und die Fakten vertieft kenne, damit ich mich entsprechend einbringen kann. Von Vorteil ist dabei, dass ich seit 2017 dem Vorstand der SVP Gossau-Arnegg angehöre.

Mit welcher Einstellung wollen Sie politisieren?

Im Parlament vertrete ich einen Teil der Gossauer Bevölkerung. Diese Wahl von 2016 nehme ich ernst, denn immerhin geht es um unsere Stadt, die mir sehr am Herzen liegt. Nur dabei sein zählt für mich nicht.

Wo werden Sie Ihre Schwerpunkte setzen?

Der Sport spielt in meinem Leben eine zentrale Rolle. Seit meiner Kindheit bin ich eng mit dem FC Gossau verbunden und beschäftige mich intensiv mit dem Fussball. Meine Kinder sind sportlich aktiv. Unzählige Menschen in Gossau betätigen sich sportlich. Sie alle sind auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen. Handballer, Schwimmer, Leichtathleten und viele andere sollen auch in weiterer Zukunft ihrem Hobby frönen können. Deshalb möchte ich mich fürs Gesak einsetzen. Die Kosten sind zwar hoch und es wird entscheidend sein, diese im Griff zu haben. Aber es ist ein Muss für alle in Gossau.

Warum wählten Sie die SVP als Partei aus?

Die SVP setzt sich am klarsten für unsere nationalen Werte ein. Klare Linien sind für mich sowieso zentral. Sicherheit und Freiheit sind wichtige Eckpfeiler. Der haushälterische Umgang mit den Finanzen, die Interessenvertretung für Gewerbe und für Landwirtschaft überzeugen mich.

Warum liessen Sie sich 2016 auf die Wahlliste der SVP setzen?

Früher hatte ich zwar Interesse an der Politik, war aber nicht aktiv. Im Jahr 2012 kam ich zur SVP, nahm an den Versammlungen teil und wurde Vorstandsmitglied. Als es 2016 um die Wahlen ins Gossauer Parlament ging, sagte ich mit grosser Überzeugung zu. Zudem fand ich es spannend zu erfahren, wie gross meine Chancen sind. Mein gutes Resultat hat mich dann überzeugt.

Welche Bedeutung hat für Sie Gossau?

Wenn es um Gossau geht, so spreche ich oft vom Zentrum der Schweiz. Das bedeutet, dass mir Gossau enorm am Herzen liegt. Ich finde unsere Stadt so lebenswert wie keine andere. Man kann also schon fast von einer Leidenschaft für Gossau sprechen. Sorgen bereitet mir allerdings der ständige Rückgang der Geschäfte. Für eine Stadt wie Gossau sind wir an einem bedenklichen Punkt angelangt.

Wohin muss sich Gossau bewegen?

Wir müssen alles unternehmen, dass Gossau so attraktiv bleibt, wie es heute ist. Deshalb hat für mich das ­ Gesak eine so grosse Bedeutung. Unsere Stadt bietet in allen Bereichen so ­viele Möglichkeiten, die wir unbedingt ­pflegen und weiterentwickeln müssen.

Welche berufliche Laufbahn haben Sie eingeschlagen?

Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte ich bei der Firma Aepli meine Lehre als Metallbauzeichner. Es folgte die militärische Zeit mit der Rekrutenschule und der Unteroffiziersschule. Dabei kam ich in Kontakt mit Instruktoren und entdeckte meine Vorliebe fürs Unterrichten wieder. So kam es, dass ich die notwendigen Ausbildungen durchlief und seit 18 Jahren Berufsunteroffizier bin, im Moment noch in Frauenfeld, geplant ab 2019 in Herisau. Meinen Beruf und vor ­allem die Zusammenarbeit mit ­ jungen Menschen empfinde ich als Privileg.

Wie verbringen Sie Ihre ­Freizeit?

Meine Freizeit gehört zu einem grossen Teil meiner Frau und meinen zwei Kindern. Fussball hat immer noch seine Bedeutung, aber auch Sport allgemein. Im Sommer bin ich gerne auf meiner Vespa unterwegs.

Zur Person

Name: Andreas Oberholzer

Geburtsdatum: 1976

Beruf: Berufsunteroffizier

Hobbys: Sport allgemein, Fussball, Vespa

Motto: Meide negative Menschen, sie haben für jede Lösung ein Problem

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«Ich hätte dieses Ressort gewählt!» - Gossauer Nachrichten 10. Januar 2018

Seit dem 1. Januar 2018 hat Gossau eine neue Stadträtin. Claudia Martin hatte sich im ersten Wahlgang überlegen durchgesetzt. Nach der Konstituierung im Dezember steht heute die erste reguläre Stadtratssitzung für die neue Leiterin des Departements «Versorgung Sicherheit» auf dem Programm.

Stadtwerke Während der Wahlkampf ums Stadtpräsidium so richtig entfacht wurde, ist Claudia Martin seit letzter Woche bereits in Amt und Würden. «Mir wurde gesagt, ich sei die erste nicht vollamtliche Stadträtin, die ein Büro beansprucht», lacht Claudia Martin. Sie wolle einen Platz zum Arbeiten und einen Rückzugsort fürs Aktenstudium. Ausserdem ermögliche das Büro kurze Wege und spontane Begegnungen mit den Mitarbeitern der Stadtwerke. «Gerade in der Einarbeitungsphase, wenn ich alle Projekte und Themen verstehen muss, sind die kurzen Wege ein grosser Vorteil. Aber ich kenne sehr wohl meine Rolle und werde mich nicht ins operative Geschäft einmischen», erklärt Martin. Die Spekulation, die im Tagblatt zu lesen war, sie hätte lieber ein anderes Departement erhalten, weist sie entschieden zurück. «Das Gegenteil ist richtig. Ich freute mich über diese Zuteilung und wäre auch bei einer freien Wahl in diesem Departement.» Hier habe man konkrete Themen zu behandeln, realisierbare Projekte, bei denen die Machbarkeit im Vordergrund stehe. Ausserdem habe sie seit je eine Affinität zur Technik. Themen wie die Energieeffizienz, das Glasfaserprojekt oder Smart City seien äusserst spannend.

Grosse Solidarität

Aktuell steht für Martin «lesen, lesen, lesen» an, um sich in alle Geschäfte ihres Departements «Versorgung Sicherheit» einzuarbeiten. «Dazu kommen sämtliche anderen Stadtratsgeschäfte», erklärt Martin, die heute zum ersten Mal an einer regulären Sitzung des Stadtrates teilnimmt. Für die Einarbeitung sei ihr Sieg im ersten Wahlgang ein Glücksfall gewesen. So habe sie bereits im Dezember mit ihrer Vorgängerin Gaby Krapf die Übergabe vorbereiten und die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr fürs Aktenstudium nutzen können. Dass sie bereits im ersten Durchgang gewählt wurde, kam auch für Martin eher überraschend. Danach habe sie eine grosse Solidarität erfahren dürfen. «Überall haben mir Leute gratuliert und sich mit mir gefreut», erzählt sie. Ausserdem sei sie von allen Mitarbeitern überaus herzlich aufgenommen worden.

Zeitlicher Zufall

Dass Markus Baer als Leiter der Stadtwerke fünf Tage nach Bekanntgabe der Ressortverteilung im Stadtrat seinen Rücktritt bekannt gab, habe nichts mit ihrer Person zu tun gehabt: «Das war reiner Zufall.» Das hätten ihr alle versichert und auch die Zusammenarbeit mit 

Dass ihre Partei, die SVP, beim sogenannten «KEV-Debakel» in Gossau immer sehr deutlich Stellung bezog, ist für Claudia Martin auch kein Thema. «Weder habe ich diesbezüglich eine Erwartungshaltung der Partei zu erfüllen, noch ist es meine Philosophie, wegen Geschäften aus der Vergangenheit unnötig Staub aufzuwirbeln.» Sie wolle sich aufgabenorientiert der Zukunft widmen und freue sich auf die Zusammenarbeit in der Kollegialbehörde.

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