«Meine Arbeit ist Sinn stiftend» - Interview Claudia Martin - GoZ 24. Mai 2018

VIER MONATE IM AMT Anfang 2018 übernahm Claudia Martin ihre Arbeit als Stadträtin im Departement Versorgung und Sicherheit. Sie mag die Vielfalt ihrer Aufgaben und schätzt den kollegialen Umgang im Stadtrat.

Martin Brunner

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Claudia Martin, wie haben Sie sich in Ihr Amt eingelebt?

In diesen ersten Monaten konnte ich mich vertieft in meine Aufgaben im Departement Versorgung und ­Sicherheit einarbeiten. Es ging darum, die Abläufe bei den Stadtwerken kennen zu lernen und die Dossiers zu studieren. Das ist spannend, vielfältig und intensiv. Von grossem Vorteil war, dass ich bereits viele politische Geschäfte kannte. Zugute kommt mir aber auch meine gute Vernetzung. Zudem haben mich auch repräsen­tative Aufgaben sowie die Geschäfte aus den anderen Bereichen beschäftigt.

Wie erleben Sie den Unterschied zwischen Legislative und Exe­kutive?

Als Kantonsrätin bin ich in der Legislative eine von 120 Personen. Das bedeutet, dass man sich über Vorstösse aktiv bemerkbar machen muss. Die Parteipolitik spielt eine wichtige Rolle. In der Exekutive verhält es sich ganz anders. Die Geschäfte stehen im Vordergrund. Ich werde von der Goss­auer Bevölkerung viel schneller angesprochen und auch in die Pflicht genommen. Nicht zuletzt arbeite ich in einer Kollegialbehörde.

Wie gross ist Ihre Zufriedenheit mit Ihrem Amt?

Ich stelle jeden Tag fest, dass ich ­meine Arbeit mit einer grossen Freude erledige. Ich empfinde die Exekutivarbeit als Sinn stiftend, konkret und nützlich. Am schönsten ist, dass ich die Menschen und Geschäfte nahe erlebe und sehr viel mitgestalten kann. All das ist ein Umfeld, in dem ich mich gerne bewege. Nicht zuletzt kenne und schätze ich die Verwaltungsarbeit von meiner Ausbildung.

Wie geht es Ihnen mit Ihren Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat?

Auch hier fühle ich mich wohl. Wir arbeiten zielstrebend und pflegen dabei einen wertschätzenden Umgang miteinander. Die Kommunikation untereinander stimmt.

Inwiefern spielt Ihre Parteizugehörigkeit eine Rolle?

Im Stadtrat bin ich eine von fünf, die bestrebt sind, unsere Stadt im Sinne der Sache vorwärtszubringen. Es geht also vielmehr um die einzelnen Geschäfte, die ich für mein Departement vertrete. Die Parteizugehörigkeit spielt dabei eine untergeordnete ­Rolle.

Müssten Sie nicht die Vorstellungen Ihrer Wählerinnen und Wähler erfüllen?

Das ist genau der Knackpunkt. Auf der einen Seite haben meine Wählerinnen und Wähler und die SVP-Fraktion im Parlament Erwartungen an mich. Auf der anderen Seite ich bin eines von fünf Mitgliedern im Stadtrat und fühle mich dem Wohl aller Gossauerinnen und Gossauer verpflichtet.

Wie stark profitieren Sie von Ihrem Amt als Stadträtin von Ihrer Arbeit im Kantonsrat?

Die Vorteile werden am Geschäft des kantonalen Feuerschutzgesetzes deutlich, bei dem ich in der vorberatenden Kommission mitarbeite. Dadurch kann ich die Sicht aus der Basis einfliessen lassen. Als Verwaltungsratspräsidentin des Sicherheitsverbundes Region Gossau, SVRG, profitiere ich in der Folge von dieser Zusammenarbeit auf kantonaler Ebene.

Was beschäftigte Sie seit dem Januar bei Ihrer Arbeit als Stadträtin der Stadt Gossau am meisten?

Die Regelung der Nachfolge von Markus Baer in der Geschäftsführung der Stadtwerke war ziemlich zeitintensiv. Aber auch die Abstimmung vom 10. Juni beschäftigt mich. Dann wird die Gossauer Bevölkerung darüber befinden, ob die Stadtwerke zwar ein unselbstständiges öffentlich-rechtliches Unternehmen bleiben werden, aber mehr Freiraum beim Erschliessen neuer Geschäftsbereiche bekommen sollen. Unter vielen anderen gehörte zudem die Neuorganisation der Stadtwerke zu meinen Aufgaben.

Welchen Platz nahm das Energienetz GSG zwischen Gossau, St.Gallen und Gaiserwald ein?

Mit der Abwärme aus der Industrie im Osten Gossaus möchten wir einen Beitrag zur Energiestrategie leisten. Dafür braucht es aber einige Anstrengungen, die im Moment in der vorberatenden Kommission des Gossauer Parlaments beraten werden. Die notwendigen Kredite von 900000 Franken für die Investitions- und Betreibergesellschaft dürften im Juli im Goss­auer Parlament zur Sprache kommen.

Welche Aufgaben stehen für die Stadtwerke der Zukunft an?

Die Stadtwerke werden sich in Zukunft noch mehr vom reinen Stromversorger zu einem Dienstleister entwickeln. Wir müssen uns zudem ­fragen, wohin wir in Bezug auf die ­Digitalisierung wollen, welche Be­deutung das Internet der Dinge oder die Smart-City für uns bekommen. Zudem dürften strategische Partnerschaften immer wichtiger ­werden.

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Andreas Oberholzer folgt auf Pascal Fürer - Gossauer Nachrichten 9. Mai 2018

Andreas Oberholzer wurde an der Hauptversammlung der SVP Gossau-Arnegg zum neuen Parteipräsidenten gewählt, da Pascal Fürer aufgrund seines Kantonsratsmandat das Amt abgab, um eine politische Dreifachbelastung als Kantons und Stadtparlamentarier sowie Parteipräsident zu vermeiden.

Toggi Der bisherige Parteipräsident Pascal Fürer durfte an der HV eine positive Jahresbilanz ziehen. Das Jahr wurde geprägt durch die Ersatzwahlen für ein Mitglied des Stadtrates und des Stadtpräsidenten. Mit Claudia Martin bekleidet die Partei nach zehn Jahren wieder einen Stadtratssitz. Die Jahresrechnung, der Revisorenbericht und der Mitgliederbeitrag wurden einstimmig genehmigt. Stadtparlamentarier Andreas Oberholzer wurde einstimmig zum Nachfolger von Pascal Fürer gewählt. Oberholzer absolvierte nach der Berufslehre als Metallbauzeichner die Rekrutenschule. Er blieb dem Militär treu und arbeitet nun als Berufsunteroffizier.

Dreifachbelastung verhindern
Vor zwei Monaten erhielt Pascal Fürer die Nachricht, dass ein SVP-Mitglied nach der April-Session aus dem Kantonsrat ausscheiden wird. Da Fürer an den Kantonsratswahlen im Jahr 2016 den ersten Ersatzplatz erreicht hatte, darf er die Nachfolge antreten. Um eine politische Dreifachbelastung durch Parteipräsidium, Kantonsrat und Stadtparlament zu vermeiden, kündigte er seinen Rücktritt als Parteipräsident auf die Hauptversammlung an. «Schliesslich ist es mir wichtig, vorbereitet an den Sitzungen zu erscheinen und mich für das Wohl der Bevölkerung einzusetzen», so Fürer und fügte hinzu: «Für mich war dieser Entscheid nicht leicht, denn die Arbeit machte mir Freude; hinzu kam, dass die SVP auf ein erfolgreiches Jahr mit der Wahl Martins in den Stadtrat zurückblicken darf».

Anita Fürer neu im Vorstand
Markus Rosenberger, der in den letzten fünf Monaten eine Doppelfunktion als Vize- und Fraktionspräsident im Vorstand inne hatte, trat als Vizepräsident zurück. An seiner Stelle wurde Pascal Fürer gewählt. Als Ersatz für Désirée Baldegger, die ihren Wohnsitz nach St.Gallen verlegt hat, wurde Anita Fürer (Elektroinstallateurin, 1997) einstimmig gewählt. Daniel Baldegger wurde als Mitglied des Vorstands einstimmig wiedergewählt. Nach der ordentlichen Hauptversammlung berichtete Stadträtin Claudia Martin von ihren ersten Erfahrungen und Eindrücken als Gossauer Stadträtin. pd/tb

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Nächster SVP-Präsident nach einem Jahr - St. Galler Tagblatt 5. Mai 2018

Wechsel - Pascal Fürer ist innert Monaten gleich in zwei Parlamente nachgerutscht. Deshalb gibt er das Präsidium der SVP Gossau schon nach einem Jahr an Andreas Oberholzer ab.

Bei den Wahlen hat es ihm knapp nicht gereicht, nun sitzt Pascal Fürer seit Anfang Jahr doch noch im Gossauer Stadtparlament und ab Juni im Kantonsrat. Er beerbt Remo Schelb und Guido Brühlmann. Zusammen mit dem Präsidium der Ortspartei war das zu viel des Guten für den 24-jährigen Bäcker-Konditor: Bei der Hauptversammlung vom Donnerstag gab er die Leitung der Partei an Andreas Oberholzer ab, wie es in einer Mitteilung heisst. Der Berufsunteroffizier hatte am Dienstag seinen ersten Einsatz im Stadtparlament, wo er Désirée Baldegger nach ihrem Wegzug ersetzt.

Nicht mit zwei Parlamentssitzengerechnet
«Mir ist wichtig, dass ich mich sowohl auf die Sitzungen im Stadtparlament als auch im Kantonsrat bestens vorbereiten kann», begründet Fürer auf Anfrage seinen Rücktritt von der Parteispitze. Das Stadtparlament anstelle des Präsidiums aufzugeben, wäre den Wählern, denen er sich verpflichtet fühle, nicht gerecht geworden, sagt er. Er hätte sich nicht träumen lassen, innert so kurzer Zeit in beide Parlamente nachzurücken. Auch wenn er seine Ortspartei nur während eines Jahres leitete, konnte Fürer einen grossen Erfolg feiern:Mit Claudia Martin ist die SVP zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder im Gossauer Stadtrat vertreten. «Für mich war es ein spannendes, intensives und lehrreiches Jahr», sagt Fürer. Von diesen Erfahrungen könnten er und seine Partei bei den Kantons und Kommunalwahlen in zwei Jahren sicherlich profitieren, zeigt er sich überzeugt.

Zwei weitere Wechsel im Parteivorstand
Trotz seines Rücktritts verbleibt Pascal Fürer im Vorstand der Ortspartei. Er ersetzt MarkusRosenberger, der als Fraktionspräsident im Stadtparlament sein Amt ebenfalls wegen einer Mehrfachbelastung aufgibt, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Als Ersatz für Ex-Stadtparlamentarierin Désirée Baldegger wurde Anita Fürer in den Vorstand gewählt. Nachdem die ordentlichen Traktanden abgehakt waren, folgte ein Auftritt von Neo-Stadträtin Claudia Martin. Sie berichtete von ihren ersten Erfahrungen und Eindrücken im Amt, wird mitgeteilt. (jw)

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«Das Know-how steckt in den Abteilungen» - Interview Claudia Martin - St. Galler Tagblatt 6. April 2018

«Das Know-how steckt in den Abteilungen»

Die im Herbst gewählte SVP-Stadträtin Claudia Martin musste gleich in ihren ersten Wochen als Exekutivmitglied einen wichtigen Personalentscheid treffen. Seit kurzem ist bekannt: Peter Guler wird Nachfolger von Markus Baer und ist damit schon bald Geschäftsführer der Gossauer Stadtwerke. Mit der Neuorganisation des Unternehmens steckt die Stadträtin bereits im nächsten grossen Projekt.

Peter Guler wird ab 1. Juli die Stadtwerke leiten. Sind Sie erleichtert, einen Nachfolger von Markus Baer gefunden zu haben?

Erleichtert und glücklich. Die Zeit während der Rekrutierung war sehr intensiv. Hinzu kam ja auch das neue Stadtwerkreglement, das im März im Parlament verabschiedet wurde. Im Juni wird das Volk über dieses Geschäft entscheiden, und die neue Organisation tritt Anfang 2019 in Kraft.

Zur Ruhe kommen werden Sie wohl sowieso nicht. Baer hat das Unternehmen per Ende März verlassen.

Das stimmt. Interimistisch leitet Urs Peter, stellvertretender Geschäftsführer und Leiter Dienste, den Betrieb.

Einen fliessenden Übergang wird es so nicht geben. Peter Guler wird sich im Sommer zuerst einmal einarbeiten müssen.

Das betrachte ich auch als Chance. Wenn wir uns gleichzeitig einarbeiten, gehen wir der Sache gemeinsam auf den Grund und sehen etwa auch, wo es Problemstellen gibt oder wo Synergien genutzt werden können.

Guler ist Maschinen- und Wirtschaftsingenieur und derzeit Abteilungsleiter Facility Management beim Kanton. Er hat noch wenig Erfahrungen im klassischen Strom- Wasser- und Gasbusiness.

Das Know-how ist in den Abteilungen des Unternehmens vorhanden. Mit Guler holen wir jemanden, der beste Managementqualitäten hat. Er bringt Führungserfahrung in der Privatwirtschaft mit und leitet eine Abteilung beim kantonalen Hochbauamt. Er kennt die Schnittstellen in Verwaltung, Politik und öffentlichen Unternehmen. Diese Qualitäten waren mir besonders wichtig. Die Stadtwerke erhalten mit dem neuen Reglement Freiheiten, um den Betrieb unternehmerisch weiterzuentwickeln.

Was konkret heisst?

Konkret kann ich noch nichts sagen. Das Unternehmen wird sich weg vom klassischen Grundversorger hin zum modernen Dienstleister wandeln. (ses)

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«Ich muss niemanden anbrüllen» - Interview Andreas Oberholzer - St. Galler Tagblatt 4. April 2018

«Ich muss niemanden anbrüllen»

An der nächsten Stadtparlamentssitzung am 1. Mai wird Andreas Oberholzer (SVP) den Platz von Désirée Baldegger einnehmen. Dass er vom dritten Ersatzplatz noch in dieser Legislatur nachrücken kann, überrascht selbst den Berufsunteroffizier.

Herr Oberholzer, bei den Kommunalwahlen 2016 gab es für Sie ja nicht wirklich ein Glanzresultat. Und doch politisieren Sie bald im Parlament. Hätten Sie nach den Wahlen gedacht, dass es bereits in dieser Legislatur losgehen kann?

Definitiv nicht. Dass ich nachrücken darf, kam doch sehr überraschend. Es konnte ja niemand mit dem Rücktritt von Remo Schelb und Désirée Baldegger rechnen. Hinzu kommt, dass Remo Schönenberger, der auf dem zweiten Ersatzplatz landete, aufs Amt verzichtet. Gleichwohl werde ich mit Freude Parlamentarier und gehe die neue Aufgabe engagiert an.

Sie haben Metallbauzeichner gelernt, sind jetzt aber Berufsunteroffizier in Frauenfeld. Das Militär muss es Ihnen angetan haben.

Nach der Lehre wollte ich die Technische Fachhochschule absolvieren und Gewerbeschullehrer werden. Im Militär mache ich nun im Grunde genommen nichts anderes. Ich bin in der Kaderausbildung tätig und habe viel mit Technik, mit Panzern, zu tun.

Denken Sie, Sie können von Ihrer Führungserfahrung im Militär auch in der Politik profitieren?

Ich habe im Parlament ja keine Führungsfunktion (lacht). Im Ernst, viele denken sofort an einen altmodischen militärischen Führungsstil, den ich haben müsste. Doch ich muss niemanden anbrüllen. Ich muss durch meine Persönlichkeit eine natürliche Autorität ausstrahlen. So habe ich durch meine Funktion vielmehr einen kommunikativen Anstand angenommen. Dazu zählt etwa, seinen Gegenüber ausreden zu lassen.

Was liegt Ihnen inhaltlich besonders am Herzen?

Ich bin sportbegeistert und mit dem FC Gossau auch als ehemaliger Spieler immer noch eng verbunden. Der Masterplan Sportanlagen ist aus meiner Sicht das derzeit wichtigste Projekt.

Die Anlagen sind nicht ganz gratis zu haben.

In der Tat. Ich habe mich zwar noch nicht vertieft ins Dossier eingearbeitet, aber sollten die Kosten tatsächlich auf 100 Millionen Franken – oder sogar noch darüber hinaus – steigen, dann muss man die ganze Sache gründlich anschauen. Grundsätzlich müssen wir genau beurteilen, was notwendig und was wünschenswert ist. (ses)

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